Frauke Adrians
BAYREUTH: Ende des Schweigens
Die Bayreuther Festspiele richten zur 150-Jahr-Feier den Fokus auf ihre antisemitische Geschichte
Nicht Wagner, sondern Beethoven zum Auftakt. Eine große Rede über Antisemitismus – den Judenhass Richard Wagners, den der folgenden Wagner-Generation, den heutigen in Deutschland –, gehalten vom jüdischen Publizisten Michel Friedman. Und eine Opernpremiere, die von Aufstieg und Fall eines Diktators erzählt: Dieser Bayreuth-Auftakt war anders. Man feierte 150 Jahre Festspiele, aber die Brüche und die Verbrechen, die nicht vergangen sind, kamen mit auf die Bühne. Das ist maßgeblich zwei heutigen Wagners zu verdanken.
Zwei Frauen: Katharina, Bayreuths Festspielleiterin, und Nike, langjährige Weimarer und Bonner Festivalleiterin im Geiste des gemeinsamen Ururgroßvaters Franz Liszt. Dass Nike auf Einladung Katharinas eine scharfsinnige, amüsante und familienkritische Rede hielt, in der sie die Hitlergegnerin Friedelind Wagner würdigte, ist eines der besten Geschenke, die die Wagners sich und Bayreuth zum 150-jährigen Bestehen machen konnten.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 11/2026.

