Michael Pitz-Grewenig
BREMEN: Neue Denkräume
Kaija Saariahos’ „Innocence" liefert am Theater Bremen keine fertigen Sichtweisen
Mit Kaija Saariahos Oper Innocence eröffnet Marco Štorman die neue Spielzeit am Theater Bremen. Man muss sich seiner Sache schon sehr sicher sein, um einen solchen sperrigen Stoff zu inszenieren, der die Unfähigkeit, sich angemessen mit den Ursachen und den Auswirkungen eines tödlichen Amoklaufs an einer Schule auseinanderzusetzen, behandelt. Und, um es gleich vorwegzusagen, am Bremer Theater ist vielleicht die eindringlichste Inszenierung dieser Oper seit deren Uraufführung im Jahre 2021 gelungen. Das Mutige an Marco Štormans Herangehensweise ist die Weigerung, das unfassbare Geschehen durch inszenatorische Entlastung zu entschärfen. Er liefert keine fertigen Sichtweisen, sondern schafft Denkräume, in denen der Zuschauer selbst entscheiden muss.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 11/2026.

