Frauke Adrians
GEMEINSAM FREMDELN
Das neue „Festival vom Anfangen“ holte die freie Szene ins Berliner Konzerthaus
Öffentlich geförderte Kulturinstitutionen und die freie Szene – passt das zusammen? Gemeinsamkeiten werden gern beschworen und Kooperationen angemahnt, aber weitaus seltener tatsächlich praktiziert. Die jüngsten Spardebatten und bereits vollzogenen Kürzungen in Berlin und andernorts haben wieder einmal das Zeug, die Kluft zwischen den auskömmlich bis komfortabel ausgestatteten Theater- und Konzerthäusern und den Freischaffenden aller Sparten zu vertiefen. Insofern kam das Festival „Vom Anfangen“ des Konzerthauses Berlin in der vergangenen Spielzeit zum richtigen Zeitpunkt. An drei Wochenenden, kündigten die Veranstalter an, würden das Konzerthausorchester und freie Ensembles aus Berlin „den Anfang“ feiern. Den Anfang wovon, das umriss man so global wie vage. Um die postmigrantische Gesellschaft und deren Musik solle es gehen (aber setzt „post-“ nicht voraus, dass davor schon etwas war? Und gibt es diese Gesellschaft nicht schon länger?), um Schöpfung und Neubeginn. Gewichtige Worte – Aufbruch, Chaos, Schöpfung – bildeten denn auch die Überschriften der drei Festival-Wochenenden.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 09/2026.

