Georg Friedrich Händel

Music for Oboe Band II

Suite in C-Dur für 2 Oboen, Taille (Englischhorn) und Basso continuo (Fagott), hg. von Andreas Kohn

Rubrik: Rezension
Verlag/Label: Edition Walhall, Magdeburg
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 72

Der in Magdeburg ansässige Verlag Edition Walhall kümmert sich jetzt schon länger um bekannte oder unbekannte Musik mit Oboen und Englischhörnern. Dabei greift er – wegen der Endlichkeit ansprechender Literatur – auch gerne auf Arrangements zurück. Vorliegende Ausgabe einer Suite ist eine Kompilation verschiedener Sätze aus Opern, Oratorien und der Wassermusik aus der Feder Georg Friedrich Händels, die der Herausgeber Andreas Kohn zusammengestellt hatte.
Die siebensätzige Suite beginnt mit einer kurzen Sinfonia aus der Oper Sosarme, Rè di Media, HWV 30, die Händel in den Jahren 1731/32 komponierte. Ein Menuetto folgt, das ursprünglich ein Chor aus seinem vorletzten Oratorium Theodora HWV 68 von 1749 war. Dem folgen zwei ebenfalls knappe Märsche aus Floridante HWV 14, einer „Dramma per musica“ in drei Akten von 1721. Nach der Gavotte aus der Oper Atalanta HWV 35 von 1736 endet die durchgehend in klingendem C-Dur arrangierte Suite leider schon wieder mit dem berühmten „Trumpet Minuet“ und der raschen „Bourrée“, jeweils aus der II. Suite der Wassermusik HWV 349.
Solch eine Besetzung mit zwei Oboen, Englischhorn mit Basso continuo und möglichem Fagott gibt es im Œuvre Händels nicht, aber sonst auch bei anderen Komponisten dieser Zeit eher selten bis nie. So besetzte Händel Stücke mit zwei Oboen gerne zusammen mit zwei Hörnern (Corno da caccia). Das Englischhorn dagegen spielte bei ihm keine Rolle, vermutlich auch, weil auf der Insel entsprechende Instrumentalisten fehlten, auf die Händel hätte zurückgreifen können. Etwas später ist das Englischhorn bekannt geworden durch den sogenannten „Liebesfuß“ (der Schallbecher).
Johann Sebastian Bach ist einer der wenigen Barockkomponisten, die es neben der Oboe d’amore in Oratorien oder manchen Kantaten einsetzten. Die recht dünne Verbreitung des Englischhorns ist vermutlich auch der teilweise schwierig zu erzielenden Intonationsreinheit geschuldet.
Als Begleitung sah der Herausgeber zum einen das übliche Basso continuo in einer Tasteninstrumentenbegleitung vor, zum anderen kann diese Suite aber auch als Bläserquartett mit Fagott, also dann mit vier Doppelrohrblattinstrumenten, eingesetzt werden, das dem Ganzen eine selten gehörte Farbigkeit verleiht.
In der vorliegenden Ausgabe weht mit der lockeren Suitenfolge ein Hauch von Barock. Andreas Kohn hätte sogar ohne Weiteres noch einige Sätze wie eine Allemande oder eine Gigue dranhängen können, da die einzelnen Sätze kaum über den Umfang von 30 Takten hinauskommen. Das Gute daran ist, dass diese auch von noch nicht so weit fortgeschrittenen Oboisten angenehm zu spielen sind, und damit auch dem Bedürfnis nach schöner Musik nachgekommen wird.
Werner Bodendorff

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