Sven Scherz-Schade

WERK UND WIRKLICHKEIT

Warum Programmhefte mehr über das Hören verraten als jede Partitur

Rubrik: Thema
erschienen in: das Orchester 5/2026 , Seite 06

Ein sommerlicher Abend 2013 in Vilnius. Orgelkonzert. Ein kopierter Programmzettel, ein gemischtes Publikum, keine Pause, keine Auftritte und Abgänge. Und plötzlich zwei Wirklichkeiten im selben Raum. Der Musikwissenschaftler Christian Thorau schildert diese Szene gern als sein Schlüsselerlebnis. Eine viersätzige Orgelsonate war im Programmzettel nicht als geschlossenes Werk mit Binnenstruktur gekennzeichnet. Stattdessen erschienen die einzelnen Sätze wie autonome Stücke. Ein Teil des Publikums – die „Programm­zettelnutzer“ – interpretierte die Sätze folglich als Werke verschiedener Komponisten. Andere hörten ohne Zettel. Das Resultat: zwei parallele Hörrealitäten!

Lesen Sie den ganzen Beitrag in der Leseprobe.

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