Otto Paul Burkhardt
REUTLINGEN: Funkelnd, brodelnd, urgewaltig
Sayguns Fünfte: Die Württembergische Philharmonie Reutlingen traut sich was
Alle kennen das – Sandwich-Konzerte, bei denen das einzige zeitgenössische Werk des Programms schamhaft zwischen zwei geläufigen Klassikern versteckt wird. Die Württembergische Philharmonie Reutlingen ging da mutiger vor – und präsentierte als Hauptwerk eines Abo-Abends die selten gespielte 5. Sinfonie (1986) von Ahmet Adnan Saygun, dem wohl bekanntesten, in Paris ausgebildeten und von Bartók inspirierten Vertreter der „Türkischen Fünf“, jener Komponistengruppe, die eine Synthese eines regionalen Idioms mit westlicher Moderne anstrebte. Als Gegengewicht bot das Programm zwei skandinavische Werke des Fin de Siècle: die Helios-Ouvertüre (1903) von Carl Nielsen und das populäre Violinkonzert d-Moll (1904) von Jean Sibelius.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 4/2026.

