Georg Friedrich Händel

And the Glory of the Lord

aus dem „Messias“, für Saxofon-Quintett/-Orchester (SAATBar), bearbeitet von Albert Loritz, Partitur und Stimmen

Rubrik: Rezension
Verlag/Label: Verlag Dohr, Köln
erschienen in: das Orchester 3/2026 , Seite 71

Der im Jahre 2018 mit 65 Jahren verstorbene Albert Loritz war nicht nur seit den 1980er-Jahren in der süddeutschen Blasmusikszene bekannt, sondern machte sich deutschlandweit einen Namen als profunder Arrangeur für edle Bläsermusik. Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht irgendeine Bearbeitung aus seiner Feder gespielt hat. Die im Dohr-Verlag erschienene Reihe „sax culture“ geht auf seine Idee zurück. Als Musikschullehrer, der Ensembles wie das Ensemble polychrome oder VARIOSAX gegründet hatte und dort als begeisterter Klarinettist und Saxofonist selbst mitspielte, wusste er um die klanglichen Stärken dieser Holzblasinstrumente auch in der Praxis bestens Bescheid.
Inzwischen ist der 53. Band veröffentlicht, herausgegeben von Annette Kutzer, seiner langjährigen Ehefrau. Erneut fiel die Wahl auf Georg Friedrich Händel. Nach Einzelsätzen aus dessen Wassermusik oder der rasanten „Ankunft der Königin von Saba“ aus dem Oratorium Salomon für fünfstimmigen Saxofonsatz erschien erst 2025 „And the Glory of the Lord“ aus dem Messias, wiederum für Saxofon-Quintett bzw. für -Orchester in der Besetzung mit Sopran-, zwei Alt-, einem Tenor- und einem Baritonsaxofon.
Zur Orientierung: Es handelt sich um die Nummer 4 aus dem ersten Teil des Oratoriums. Zur Einstudierung sollte das Ensemble, so Annette Kutzer, zunächst den Händel’schen Originalsatz anhören, vergleichen und dabei die Partitur der vorliegenden Ausgabe mitlesen. So würde sich auch erklären, „dass die Einteilung in Solo- und Tuttiabschnitte dem Wechsel von rein instrumentalen Teilen wie Vorspiel und Zwischenspielen mit vokalen, instrumental begleiteten Teilen entspricht.“ Als weitere Musizierhilfe finden sich in den Stimmen verschiedentlich Haken, die Anfang und Ende des jeweiligen Soggettos anzeigen, „womit man in der Renaissance- und Barockzeit die charakteristische melodische Phrase eines jeden neuen Textabschnitts bezeichnet“.
Die einzelnen Saxofone sind klanglich wunderbar eingeteilt, das Sopran­saxofon in B darf bis zum notierten es³ (klingend des³) leuchten, unterschreitet dafür aber das eingestrichene f nicht. Auch die anderen Saxofonstimmen sind sehr bequem größtenteils in der Mittellage zu spielen; sogar das 1. Alt-Saxofon in Es ist nie höher als das notierte (klingend ). Das Tenorsaxofon in B meldet sich in T. 107 auch kurz mal mit seinem tiefsten Ton b°. Einzig das Bariton-Saxofon in Es darf mit dem satten und grundierten, oft notierten eingestrichenen c zum Adagio-Ende hin auch wirklich mal mit dem notierten kleinen a (klingend C) ganz runter in den Keller – zur Freude aller.
Das nur 138-taktige Stück wird sicherlich auch im Laienmusikerbereich dankbar aufgenommen werden. Ohne blättern zu müssen, passt diese Oratoriumsmusik bestens auf eine Doppelseite.
Werner Bodendorff

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