Wolf-Dieter Peter

Augsburg: Gestylt geschöntes Grauen

Philip Glass’ Kammeroper „In der Strafkolonie“ in Augsburg und der Aufbruch in die digitale Transformation

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 49

Eigentlich wollen wir das nicht so genau, besser gar nicht wissen, was da so in derzeitigen Unrechtsstaaten mit „Schuldigen“ passiert – oder früher in Chile, Argentinien und und und bis zurück in Tamerlans Zeiten. Doch da schreibt dieser Franz Kafka 1914 eine kleine Erzählung über eine grausige Hinrichtungsmaschine. Und Philip Glass vertont den Kern des Read more about Augsburg: Gestylt geschöntes Grauen[…]

Claudia Behn

Jena: Kein Schlussstrich

Jenaer Philharmonie erinnert mit „Manifest(o)“ von Marc Sinan an die NSU-Morde

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 48

Im Rahmen des bundesweiten Theaterprojekts „Kein Schlussstrich!“ zum NSU-Komplex, das vom 21. Oktober bis 7. November 2021 in fünfzehn deutschen Städten durchgeführt wurde, hatte am 28. Oktober im Jenaer Volkshaus das polytopische Oratorium Manifest(o) von Marc Sinan (Komposition) und Holger Kuhla (Libretto) Premiere. Marc Sinan, der sozialkritische, konzeptionelle und abendfüllende Werke erschafft, zeigte in seinem Read more about Jena: Kein Schlussstrich[…]

Roland Dippel

Chemnitz: Liebesnacht mit Revolver

„Tristan und Isolde“ an der Oper Chemnitz

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 47

Elisabeth Stöppler erhielt für ihre fulminante Götterdämmerung-Inszenierung 2019 am Opernhaus Chemnitz den Theaterpreis „Der Faust“. Die Pandemie unterbrach die Erfolgskette der Ring-Produktion von vier Regisseurinnen. Jetzt löste Stöpplers Inszenierung die alterszahme Tristan-Produktion von John Dew ab. Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo erweist sich am Pult der phänomenalen Robert-Schumann-Philharmonie als Meister der transparenten und dramatisch durchpulsten Klangrede. Read more about Chemnitz: Liebesnacht mit Revolver[…]

Wolf-Dieter Peter

Frankfurt/Main: Dänischer und italienischer Humor

Die Oper Frankfurt versucht, Carl Nielsens selten gespielte „Maskerade“ zu beleben, und triumphiert mit Cimarosa

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 46

1724 gelang dem vielseitigen Ludvig Holberg mit seiner Komödie Die Maskerade in Kopenhagen ein in Dänemark lange nachwirkender Schauspielerfolg. Hauptthema: „Nicht-ich-selber-Sein“, sich zumindest äußerlich in einen anderen verwandeln – ein Thema, das ja letztlich die Menschheitsgeschichte durchzieht. Wenn dadurch ein soziales Höher und Tiefer aufgelöst, gesellschaftliche Konvention speziell im erotischen Bereich durchbrochen, ein Überwinden von Read more about Frankfurt/Main: Dänischer und italienischer Humor[…]

Marco Frei

München: Start einer vielversprechenden Ära

Dmitri Schostakowitschs „Die Nase“ als erste Premiere der neuen Staatsopern-Intendanz in München

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 45

Als neuer Intendant der Bayerischen Staats­oper in München startet Serge Dorny mit einem starken Anspruch. Ob Das schlaue Füchslein von Leoš Janáček Ende Januar, Benjamin Brittens Peter Grimes Ende Februar, eine Georg-Friedrich-Haas-Trilogie beim Mai-Festival oder Der Teufel von Loudun von Krzysztof Penderecki im Juni: Bei den Premieren steht die Moderne und das Zeitgenössische eindeutig im Read more about München: Start einer vielversprechenden Ära[…]

Corina Kolbe

Doppelrolle nach Wiener Vorbild

Die Filarmonica della Scala feiert im Januar 40-jähriges Bestehen

Rubrik: Zwischentöne
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 41

„Wenn es die Wiener getan haben, warum solltet ihr es nicht auch tun?“ Während der ersten Japan-Tournee der Mailänder Scala im September 1981 kam der Stein ins Rollen. Claudio Abbado, damals Musikdirektor am Haus, regte bei einem Abendessen mit Musikern die Gründung eines unabhängigen, demokratisch verwalteten Sinfonieorchesters an. Vorbild waren die Wiener Philharmoniker, deren Mitglieder Read more about Doppelrolle nach Wiener Vorbild[…]

Ute Grundmann

Spaziergang für die Ohren

Klanginstallationen am Dresdner Kulturpalast – und anderswo

Rubrik: Zwischentöne
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 40

Sanfte Streicherklänge schleichen sich ins Ohr, Autolärm und Tramrattern zum Trotz. Wie hingetupft kommen die Töne an der Ecke Altmarkt/Galeriestraße in Dresden daher. Hier steht der Kulturpalast und von ihm gehen diese Töne aus, die zu einem „Hörspaziergang“ mit der Dresdner Philharmonie einladen. Doch die schönen Streicher erklingen fast am Ende – also zurück zum Read more about Spaziergang für die Ohren[…]

Ute Grundmann

Was Menschen einander antun können

Die Ausstellung „Spurensuche II“ erinnerte in Weimar an die Schicksale jüdischer Musiker

Rubrik: Zwischentöne
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 38

Lange Listen mit Namen, oft mit osteuropäischem Klang – mehr ist in vielen Fällen nicht geblieben von Musikern, die in Thüringen lebten und arbeiteten, bis sie von den Nationalsozialisten vertrieben, verfolgt und ermordet wurden. Ihren Spuren ging nun zum zweiten Mal die Wissenschaftlerin und Kuratorin Maria Stolarzewicz nach und fasste ihre Ergebnisse in einer Ausstellung Read more about Was Menschen einander antun können[…]

Hannah Bregler

Leistungssport gleich ­ Leistungsmusik?

Prävention für Berufsmusiker: Was der Orchesterbetrieb vom Profisport lernen kann

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 30

Sport und Musik: Ausübende beider Disziplinen auf Profi-Niveau durchlaufen jahrelange Trainings- oder Übeeinheiten vom Kindesalter an, stoßen an die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit und körperlicher Belastbarkeit und gehen damit gesundheitliche Risiken ein. Ihr Leben ist von unregelmäßigen Arbeitszeiten, häufigem Reisen und ständiger Selbstkritik geprägt. Körperliche Schmerzen, neurologische Fehlschaltungen oder chronische Krankheiten sind bei Musikern allerdings ein Read more about Leistungssport gleich ­ Leistungsmusik?[…]

Heidi Brandi

Warum Leistungsmusik?

Über mentale Gesundheit im Profisport und in der Berufsmusik

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 1/2022 , Seite 28

Der Begriff der Leistungsmusik kommt in der Regel einem Berufsmusiker nicht über die Lippen. Der Musiker versteht sich als Künstler, der Höchstleistungen vollbringen muss. Dabei soll seine Performance abrufbar sein und mit einem gewissen Maß an Leichtigkeit – zumindest nach außen hin – zur Verfügung stehen. Er sollte Selbstsicherheit ausstrahlen, sodass sein Einsatz mühelos und Read more about Warum Leistungsmusik?[…]

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