Lesle, Lutz

Holger Danske auf Kussraub im Morgenland

Der dänische Kulturkanon – Exportmodell für Deutschland?

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 07-08/2006 , Seite 26

Kanon­bil­dun­gen sind en vogue. In den Jahren 2004/05 wählte die Feuil­letonredak­tion der Süd­deutschen Zeitung beispiel­sweise “50 große Romane des 20. Jahrhun­derts” zur Bib­lio­thek der SZ. 1998 set­zte der Ori­en­tal­ist Bas­sam Tibi, um einen Wertekon­sens anzumah­nen, das Wort “Leitkul­tur” in die Welt. Vor allem die Begriff­szus­pitzung “deutsche Leitkul­tur” erhitzt seit­dem die Gemüter. Unge­hal­ten über die “reflex­hafte Ablehnung des Begriffs”, regte Bun­destagspräsi­dent Nor­bert Lam­mert (CDU) noch vor Aus­bruch des “Karika­turen­stre­its” eine Fort­set­zung der Leitkul­tur­de­bat­te an. Unter­des brachte das dänis­che Kul­tur­min­is­teri­um einen amtlichen Kul­turkanon zuwege. Lutz Lesle stellt ihn vor, streift die Geschichte der Kanon­bil­dung in der Musik und ver­sucht sich abschließend an einem Kanon “deutsch­er” Orch­ester­musik.

Flämig, Christian

Sparwelle

Rundfunkanstalten erproben den Verzicht auf ihre Kulturorchester

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 06/2006 , Seite 08

Jahrzehn­te­lang wur­den die Rund­funkge­bühren in Deutsch­land um die von der “Kom­mis­sion zur Ermit­tlung des Finanzbe­darfs” (KEF) emp­foh­lene Summe erhöht. Im Jahr 2004 jedoch wollte die Min­is­ter­präsi­den­tenkon­ferenz dem Vorschlag erst­mals nicht mehr fol­gen. Sie set­zte eine gerin­gere als die von der KEF genan­nte Summe fest. In dieser Zeit gab der Bay­erische Rund­funk bekan­nt, sein Rund­funko­rch­ester kom­plett auflösen zu wollen. Eine unumgängliche Spar­maß­nahme oder ein Bauernopfer, mit dem öffentlichkeitswirk­sam gegen die geringer aus­ge­fal­l­ene Gebühren­er­höhung protestiert wer­den sollte? Chris­t­ian Flämig über die verän­derte Sit­u­a­tion der ARD-Klangkör­p­er.

Mertens, Gerald

Deutsche Orchesterlandschaft – quo vadis?

Plädoyer für eine neue Lust an der Kulturfinanzierung

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 05/2006 , Seite 08

Deutsch­lands einzi­gar­tige Orch­ester­land­schaft gerät zunehmend in Gefahr. Die Zahl der Orch­ester hat sich zwar vorüberge­hend sta­bil­isiert, der Stel­len­ab­bau aber wieder beschle­u­nigt – Folge weit­er­er Einsparun­gen der Orch­esterträger. Das Ende Novem­ber 2005 veröf­fentlichte Kul­tur­Barom­e­ter kon­sta­tiert eine zunehmende Über­al­terung des Pub­likums und ein ten­den­ziell abnehmendes Inter­esse für klas­sis­che Musik. Eine unendliche Krise oder gibt es doch Anze­ichen ein­er Kon­so­li­dierung?

Keuchel, Susanne

Der Untergang des Abendlandes oder: Eine Erkenntnis zur rechten Zeit?

Zu den Ergebnissen des 8. "KulturBarometers"

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 04/2006 , Seite 26

Das Kul­tur­Barom­e­ter des Zen­trums für Kul­tur­forschung (ZfKf) liefert seit 1990 anhand von bun­desweit durchge­führten Repräsen­ta­tivum­fra­gen aktuelle Mei­n­ungs­bilder zu grund­sät­zlichen oder spez­i­fis­chen The­men der kul­turellen Bil­dung und Kul­tur­poli­tik. Die Konzep­tion der Befra­gung, die auch Ver­gle­iche mit früheren Erhe­bun­gen ermöglicht, geht auf die Zusam­me­nar­beit des ZfKf mit dem Bun­desmin­is­teri­um für Bil­dung und Forschung (BMBF) zurück. Die Umfra­gen wer­den in Koop­er­a­tion mit unter­schiedlichen Part­nern aus Kul­tur und Gesellschaft durchge­führt. Beim 8. Kul­tur­Barom­e­ter beteiligte sich die Deutsche Orch­ester­vere­ini­gung.

Pollmann, Ulrich

Handelsware Musik

Die privatwirtschaftliche Organisation von Konzerten hat eine lange Tradition

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 11/2005 , Seite 08

Wer organ­isiert eigentlich Konz­erte? Unter welchen Bedin­gun­gen kön­nen pri­vate Ver­anstal­ter in einem Land, in dem zahlre­iche staatliche Orch­ester ihre Pro­gramme anbi­eten, über­haupt existieren? Wir wer­fen einen Blick auf ein altes Gewerbe: das der Konz­ert­di­rek­tio­nen.

Pollmann, Ulrich

Die Musikwelt – von Hannover aus betrachtet

An der Leine hat sich eine Konzertagentur von Weltgeltung etabliert. Ulrich Pollmann im Gespräch mit Harold Clarkson von der Konzertdirektion Hans Ulrich Schmid

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 11/2005 , Seite 14

Dass auch in der so genan­nten Prov­inz Kul­tur mit inter­na­tionaler Ausstrahlung gemacht wird, ist nicht neu. Die inter­na­tion­al agierende Konz­ert­di­rek­tion Schmid pflegt vor allem Kon­tak­te in die angel­säch­sis­che Welt.

Lesle, Lutz

Im Stil der Zeit arbeiten

Ein Porträt der Orchesterlandschaft Estlands, Lettlands und Litauens, fünfzehn Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 11/2005 , Seite 17

In Sow­jetrus­s­land führten die Musen, sofern sie die Dok­tri­nen der Partei beherzigten oder die Kun­st der Ver­hül­lung beherrscht­en, ein sor­glos­es Leben. Um auf gute Gedanken zu kom­men, kon­nten sich Kom­pon­is­ten in natur­na­he Refugien zurückziehen, die ihr Ver­band zu diesem Zweck unter­hielt. Die Kul­tur­min­is­te­rien der Union­sre­pub­liken kauften etliche Par­ti­turen, der Staatsver­lag druck­te einige. Der Kom­pon­is­ten­ver­band ver­mit­telte Auf­führun­gen, arrang­ierte ganze “Autorkonz­erte”. Nie­mand fragte, woher das Geld kam und ob die Musik Anklang fand. Mit dem Zusam­men­bruch Sow­je­tu­nion zer­riss das sozial­is­tis­che Sicher­heit­snetz der “Kul­turschaf­fend­en”. Plöt­zlich waren die Kün­stler auf sich gestellt. Müh­sam mussten sie ler­nen, ihre Kun­st selb­st zu Mark­te zu tra­gen und sich im freien Wet­tbe­werb zu behaupten, um nicht unter die Ver­lier­er zu ger­at­en.

Spillmann, Robert

Mitspielen erwünscht

Profimusiker spielen gemeinsam mit Zuhörern: Abonnentenorchester

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 10/2005 , Seite 24

1988 wurde in München das erste Abon­nen­tenorch­ester in Deutsch­land gegrün­det. Inter­essierte Laien­musik­er aus dem Abon­nen­tenkreis der Münch­n­er Phil­har­moniker brin­gen seit­dem gemein­sam mit den Profimusik­ern Konz­erte zur Auf­führung. Seit 2003 gibt es ein solch­es Abon­nen­tenorch­ester auch beim Deutschen Sym­phonie-Orch­ester in Berlin.