Hamann, Thomas K.

Die Zukunft der Klassik

Ohne proaktive Maßnahmen im Verbund von Bildungspolitik, Kulturpolitik und Kulturträgern, wird die Nachfrage nach Live-Aufführungen klassischer Musik in den nächsten dreißig Jahren um circa 36 Prozent zurückgehen

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 09/2005 , Seite 10

Klas­sik in der Krise: Wer hört heute noch klas­sis­che Musik?” So und ähn­lich laut­en gegen­wär­tig apoka­lyp­tis­che Schlagzeilen in Bezug auf die klas­sis­che Musik und das Orch­ester­we­sen. Sollte die Anzahl an Besuch­ern von klas­sis­chen Konz­erten tat­säch­lich stark schrumpfen, wäre die vielfältige Orch­ester­land­schaft exis­ten­ziell bedro­ht. Im Ver­gle­ich zur Gesamt­bevölkerung ist das Klas­sikpub­likum drama­tisch über­al­tert. Steigt das Inter­esse an klas­sis­ch­er Musik mit zunehmen­dem Leben­salter grund­sät­zlich an, sodass aus den heute vor­wiegend Pop-/ Rock­musik hören­den Jugendlichen zukün­ftig aus­re­ichend viele Klas­sikhör­er her­vorge­hen wer­den? Oder wer­den sie keinen Zugang mehr zur klas­sis­chen Musik find­en, während die heuti­gen Klas­sikhör­er in den näch­sten Jahrzehn­ten sukzes­sive ster­ben?

Pollmann, Ulrich

Wir brauchen eine breite musikalische Basis!

Ulrich Pollmann im Gespräch mit Frank Peter Zimmermann

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 09/2005 , Seite 35

Ein ganz spezielles Pro­jekt stemmte Frank Peter Zim­mer­mann in diesem Früh­jahr in Berlin: Sechs Vio­linkonz­erte aus den dreißiger Jahren des 20. Jahrhun­derts spielt er in drei Monat­en gemein­sam mit dem Rund­funk-Sin­fonieorch­ester Berlin (RSB) unter der Leitung von Marek Janows­ki. Jew­eils zwei Konz­erte wur­den im Konz­erthaus am Gen­dar­men­markt mit ein­er Beethoven-Sin­fonie kom­biniert. Nach ein­er Probe im Haus des Rund­funks an der Berlin­er Masure­nallee traf Ulrich Poll­mann den Aus­nah­megeiger und sprach mit ihm über sein laufend­es Pro­jekt, aber auch über neue Vio­lin­lit­er­atur und die Sit­u­a­tion unser­er Orch­ester­land­schaft.

Vongries, Caroline

Ein Orchester, das den Menschen entgegengeht

Die Hofer Symphoniker: Besuch beim "David" unter den deutschen Klangkörpern

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 06/2005 , Seite 06

Lan­dauf landab rumort es, sollen und wollen sich Orch­ester neu erfind­en. Beim Blick über den eige­nen Teller­rand ist der David unter den deutschen Orch­estern bish­er überse­hen wor­den. In nahezu gle­ich­er Ent­fer­nung von der bay­erischen Lan­des- und der preußis­chen Bun­de­shaupt­stadt hat sich im ober­fränkischen Hof in den ver­gan­genen Jahrzehn­ten mehr oder weniger unbe­merkt ein Orch­ester­mod­ell entwick­elt, dessen zukun­ftsweisende pro­gram­ma­tis­che Aus­rich­tung erst in der gegen­wär­ti­gen Sit­u­a­tion der Orch­ester­land­schaft richtig wahrgenom­men wird. Seit 40 Jahren geben die Hofer Sym­phoniker in ihrer Region den Takt an – nicht nur in punk­to klas­sis­ch­er Musik. Die Hofer Sym­phoniker haben geschafft, worüber allerorten gesprochen wird: die feste Ver­wurzelung in ihrer Region.

Vongries, Caroline

Sich öffnen, öffnen, öffnen – Oder: Wir bleiben am Ball

Ein Interview mit Wilfried Anton, dem Intendanten der Hofer Symphoniker

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 06/2005 , Seite 14

Die Hofer Sym­phoniker beste­hen seit 1945 und haben sich mit den Bere­ichen Orch­ester, musis­che Jugend- und Erwach­se­nen­bil­dung sowie einem vielfälti­gen sozialen Engage­ment zu einem kul­turellen Schw­er­punkt in Nord­bay­ern entwick­elt. Ihre orch­estereigene Musikschule wurde 1978 gegrün­det und ist in Deutsch­land nach wie vor einzi­gar­tig. Angegliedert sind eine Kun­stschule, ein Konz­ertchor, Kinder- und Jugend­chöre, zahlre­iche Instru­men­tal­ensem­bles, ein Kom­pe­tenzzen­trum der Suzu­ki-Lehrmeth­ode sowie zahlre­iche Mod­ell­pro­jek­te in Zusam­me­nar­beit mit all­ge­mein bilden­den Schulen. Inten­dant Wil­fried Anton war zunächst erster Hor­nist des Orch­esters und wurde 1965 Gesamtleit­er der Insti­tu­tion. 1974 bis 1984 war er ehre­namtlich­er Bürg­er­meis­ter der Stadt Hof. Zudem ist er Präsi­dent des Bay­erischen Musikrats.

Lesle, Lutz

Musikleben auf der Wohlstandswelle

Dänische Orchester profitieren von neuen Musikhäusern und Konzertsälen

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 04/2005 , Seite 25

Beachte, dass Dan­marks Radio ger­ade ein ganz neues Haus mit neuem Konz­ert­saal baut, dass Tivo­lis Konz­ert­saal im kom­menden Jahr umge­baut wird und sowohl in Aal­borg und Århus als auch in Søn­der­borg neue Musikhäuser/Konzertsäle entste­hen.”

Mertens, Gerald

Aufbruch, Umbruch oder Abbruch?

Die deutschen Berufsorchester auf ihrem Weg ins 21. Jahrhundert

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 10/2004 , Seite 06

In welch­er Sit­u­a­tion befind­et sich gegen­wär­tig die deutsche Orch­ester­land­schaft und der pro­fes­sionelle Orch­ester­musik­er? Welche Risiken, aber auch welche Chan­cen beste­hen angesichts der weitre­ichen­den Verän­derun­gen im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kul­tur­poli­tis­chen Umfeld? Worin beste­hen die wichti­gen Auf­gaben und Her­aus­forderun­gen für die Zukun­ft? Ein Über- und Aus­blick von Ger­ald Mertens.

Reif, Adelbert

Auf ehrliche Weise Musik machen

Adelbert Reif im Gespräch mit Mariss Jansons

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 10/2004 , Seite 26

Seit der Konz­ert­sai­son 2003/2004 ist Mariss Jan­sons Chefdiri­gent von Chor und Sym­phonieorch­ester des Bay­erischen Rund­funks in München. Mit Adel­bert Reif spricht der geborene Lette u. a. über seine Erfahrun­gen im ersten Jahr, über den schle­ichen­den Nieder­gang der inter­na­tionalen Vor­bild­funk­tion Deutsch­lands als Kul­tur­na­tion und über die weltweit festzustel­lende Ten­denz, dass immer weniger Kinder und Jugendliche mit klas­sis­ch­er Musik in Berührung kom­men.

Mertens, Gerald / Dieter Hildebrandt

Ohne Musik ist ein Leben nicht auszuhalten

Gerald Mertens im Gespräch mit Dieter Hildebrandt

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 09/2004 , Seite 19

Dieter Hilde­brandt, Jahrgang 1927, ist Mit­be­grün­der der leg­endären Münch­n­er Lach- und Schießge­sellschaft. Nach Auflö­sung des Ensem­bles 1972 wurde er vor allem durch seine Fernsehsendung “Noti­zen aus der Prov­inz”, später dann mit “Scheiben­wis­ch­er” bekan­nt. Nach seinem Rück­zug aus dem Fernse­hen im Okto­ber 2003 kann man ihn heute bei Lesun­gen sein­er Büch­er oder auf dem Konz­ert­podi­um bei der Mod­er­a­tion des Pro­gramms “Vor­sicht Klas­sik!” erleben. In diesem “satirischen Sin­foniekonz­ert” für Orch­ester und Sprech­er wer­den die gediege­nen Rit­uale des tra­di­tionellen Konz­er­twe­sens geistre­ich-humor­voll auf die Schippe genom­men. Zwis­chen den Tex­ten von Hilde­brandt sind beispiel­sweise die “Nacht des Schick­sals”, eine Oper in keinem Akt und vier Abzü­gen oder die “Kurz­fas­sung des Neu­jahrskonz­erts der Wiener Phil­har­moniker” in dreiein­halb Minuten zu hören.

Porsch, Ronny

Philharmonics United

Ein Porträt der American Symphony Orchestra League

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 09/2004 , Seite 15

Seit über sechzig Jahren wacht die Amer­i­can Sym­pho­ny Orches­tra League (ASOL) über Wohl und Wehe von weit über 900 amerikanis­chen Klangkör­pern und sichert ihnen einen fes­ten Platz in der kul­turellen Öffentlichkeit der Vere­inigten Staat­en. Ein­blicke in die Arbeit des amerikanis­chen Orch­ester­ver­bands.

Dantrimont, Nicole

Programme fürs Volk?

Über Auftrag und Funktion deutscher Rundfunkorchester

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 04/2004 , Seite 08

Seit jeher ist sie da: die Kluft zwis­chen den Rund­funko­rch­estern und den staatlich beziehungsweise kom­mu­nal sub­ven­tion­ierten Orch­estern. Dabei haben bei­de “Parteien” eigentlich nur eines im Sinn: Musik zu machen und damit ihrem Pub­likum ein Stück Kul­tur näher zu brin­gen — egal, ob über den Äther oder im Konz­ert­saal. Eine Recherche von Nicole Dant­ri­mont.