Richter, Christoph

Begeistern statt informieren

Ein Musikvermittlungskonzept für Erwachsene

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 01/2009 , Seite 31

Musikver­mit­tlung für Erwach­sene tritt erst allmäh­lich aus dem Schat­ten der Kinderkonz­erte. Es gibt für sie bish­er kaum durch­dachte Konzepte, sie lebt in einem indi­vidu­ellen Wild­wuchs. Zugle­ich nehmen das Bedürf­nis und das Inter­esse von Erwach­se­nen, Hil­fen und Anre­gun­gen für das Erleben, Hören und Ver­ste­hen von Musik zu bekom­men, deut­lich zu. An den Ange­boten beteili­gen sich die Orch­ester, die Musik­the­ater, die Volk­shochschulen, Uni­ver­sitäten, Rund­funk und Fernse­hen sowie die Print- und Audiome­di­en.

Frei, Marco

50 plus

Die vernachlässigte Generation?

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 01/2009 , Seite 10

Obwohl die Men­schen immer älter wer­den und unsere Gesellschaft altert, wird die “Gen­er­a­tion 50 plus” im Musik­leben bis­lang ver­nach­läs­sigt. Deswe­gen wur­den in den ver­gan­genen Jahren Ini­tia­tiv­en ges­tartet, schon wer­den konkrete Forderun­gen erhoben – Grund genug für eine kri­tis­che Bestand­sauf­nahme.

Keuchel, Susanne

Heterogen

Generation 50+: Die Zuschauer

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 01/2009 , Seite 13

Jugendliche gehen zum Rock­event, Großel­tern ins Klas­sikkonz­ert. Diese gängige, nahezu idyl­lis­che Vorstel­lung arbeit­steili­gen Kul­turver­hal­tens hat das Zen­trum für Kul­tur­forschung (ZfKf) im Auf­trag des Bun­desmin­is­teri­ums für Bil­dung und Forschung (BMBF) erst­mals im Detail empirisch über­prüft. Das Kul­tur­Barom­e­ter 50+ ist eine bun­desweite, repräsen­ta­tive Bevölkerung­sum­frage. Zweitausend Bun­des­bürg­er ab 50 Jahren wur­den zu ihrem aktuellen Kul­turver­hal­ten und ihren Ein­stel­lun­gen befragt, ana­log zum vor zwei Jahren pub­lizierten Jugend-Kul­tur­Barom­e­ter. Dabei zeigte sich, dass die Gruppe 50+ viel het­ero­gen­er ist als angenom­men.

Nebauer, Flavia

Homogen

Generation 50+: Das Angebot

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 01/2009 , Seite 19

Die Gen­er­a­tion 50+ umfasst mehr als 30 Jahrgänge – die 50- bis über 80-Jähri­gen – und ist keineswegs eine homo­gene Gruppe. Jed­er hat einen anderen (Bildungs-)Hintergrund, andere Motive der Kul­tur­nutzung, andere finanzielle, gesund­heitliche und logis­tis­che Möglichkeit­en. Von einem all­ge­meinen, unspez­i­fis­chen Ange­bot für “die Alten”, wie es heute auch bei den Orch­estern fast auss­chließlich Stan­dard ist, fühlen sich viele aus der Gen­er­a­tion 50+ jedoch nicht aus­re­ichend ange­sprochen und bleiben der Kul­turein­rich­tung fern. Ein großes Besucher­poten­zial bleibt ungenutzt und ein dif­feren­ziertes Ange­bot für die Gen­er­a­tion 50+ tut Not.

Sinsch, Sandra

Mangelndes Angebot

Bundesweite Umfrage zu alterspezifischen Angeboten für die Generation 50+ und drei besonders gelungene Beispiele

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 01/2009 , Seite 24

Der Rück­lauf zu unser­er Umfrage bei allen deutschen Opern- und Konz­er­torch­estern nach dif­feren­zierten Ange­boten für die Gen­er­a­tion 50+ war ernüchternd. Nicht ein­mal ein halbes Dutzend Klangkör­p­er bietet altersspez­i­fizierte Ver­anstal­tun­gen, die über die etablierten For­mate wie z. B. Son­nta­gnach­mit­tags-Vorstel­lung, Mati­nee und Operetten­gala hin­aus­ge­ht. Drei Ange­bote erschienen uns – zumin­d­est gemessen am gegen­wär­ti­gen Stan­dard – als beson­ders gelun­gen, auch wenn nicht immer das klar for­mulierte Ziel dahin­ter stand, eine ganz bes­timmte Gruppe der großen Gruppe “Gen­er­a­tion 50+” zu erre­ichen und damit für das Orch­ester und seine Ange­bote zu inter­essieren.

Scherz-Schade, Sven

… da fängt das Leben an

Besucherorganisationen und die Publikumszielgruppe 50+

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 01/2009 , Seite 29

Die Geschäfts­führer von Besucheror­gan­i­sa­tio­nen kla­gen über die Über­al­terung ihrer Mit­glieder und Kun­den genau­so wie ihre Kol­le­gen von Kul­turein­rich­tun­gen. Ver­jün­gung des Pub­likums ist auch hier das Schlag­wort. Der Gedanke, dass die Gen­er­a­tion 50+ eine große Ziel­gruppe ist, die man noch bess­er erschließen und für sich gewin­nen kön­nte, ist auch hier noch nicht ganz angekom­men.

Ruhnke, Ulrich

Schafskäse statt Schubert?

Nach dem Sozialismus erschafft sich Bulgarien neu. Die Musik hat es dabei nicht leicht

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 10/2007 , Seite 22

In einem Land, das nicht weniger als den Sys­temwech­sel vom Sozial­is­mus zum Kap­i­tal­is­mus zu bewälti­gen hat, ste­ht die Kul­tur in der Pri­or­itäten­liste ganz unten. Doch mit viel Ide­al­is­mus und per­sön­lichem Ein­satz seit­ens der Kün­stler wird trotz widriger Umstände ein viel­seit­iges Kul­tur­ange­bot geschaf­fen. Ulrich Ruhnke über die gegen­wär­tige Sit­u­a­tion der Musik­er im neuen EU-Land Bul­gar­ien und im Gespräch mit Mintcho Mintchev.

Schmidt-Ott, Thomas

Den wilden Tieren zum Fraß…

Publikumsstrategien von Caligula bis heute. Audience Development – Zukunftsstrategie für Kulturbetriebe (2)

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 07-08/2007 , Seite 30

Caligu­la ließ, wenn er während sein­er Zirkusspiele keine Glad­i­a­toren mehr hat­te, willkür­lich aus­ge­suchte Besuch­er den Tieren zum Fraß vor­w­er­fen; die Griechen füll­ten die leeren Ränge ihrer The­ater mit bezahlten Zuschauern: Bei­des frühe Extrem­for­men ein­er aus­ge­fal­l­enen Pub­likums­be­hand­lung. Audi­ence Devel­op­ment, wie es uni­ver­sitär an der Freien Uni­ver­sität Berlin gelehrt wird, stellt Pub­likum­sen­twick­lung als „Mega­trend des
Kul­tur­man­age­ments“ in den Mit­telpunkt sein­er wis­senschaftlichen Forschung. Teil 2 der vom Zen­trum für Audi­ence Devel­op­ment, ZAD, und Das Orch­ester ini­ti­ierten Artikelserie befasst sich mit der strate­gis­chen Mod­el­lierung der Pub­likum­sori­en­tierung.

Corvin, Matthias

Ein Haus für die Region

Im Gespräch mit Michael Kaufmann, Intendant der Philharmonie Essen

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 10/2006 , Seite 28

Michael Kauf­mann wurde 1961 in Heidenheim/Brenz geboren und studierte in Tübin­gen Ger­man­is­tik, Rhetorik und Eth­nolo­gie. Bere­its während des Studi­ums über­nahm er die Organ­i­sa­tion­sleitung des Lan­desju­gend­chores Baden-Würt­tem­berg. Anschließend ging er als tech­nis­ch­er Organ­isator zu den Lud­wigs­burg­er Fest­spie­len und als Geschäft­sleit­er zum Süd­deutschen Madri­gal­chor. Von 1988 bis 1991 betrieb Michael Kauf­mann ein eigenes Büro für Kul­tur­man­age­ment, bis er 1991 Direk­tor des Gürzenich-Orch­ester Köln wurde. In der Dom­stadt koor­dinierte er bis 1999 auch die Musik­Tri­en­nale. 1995 bis 1999 war er Betrieb­s­di­rek­tor der Köl­n­Musik GmbH. 1999 wech­selte er als Geschäfts­führer zur Kölnare­na Man­age­ment GmbH. Im Jahr 2000 grün­dete er die Con­cepte GmbH zur Erbringung von Pro­duk­tions-, Beratungs-, und Dien­stleis­tun­gen im Musik-, Kom­mu­nika­tions- und Ver­anstal­tungs­bere­ich. Seit März 2002 ist Michael Kauf­mann Inten­dant der Phil­har­monie Essen. Nach den ersten zwei Spielzeit­en wurde sein Ver­trag nun bis 2013 ver­längert.