Lutz Lesle

SCHLESWIG-HOLSTEIN: London – Drehkreuz der Musikkulturen

38. Sommerfestival feierte den Freigeist der britischen Metropole

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 53

Mit dem norddeutschen, an London gerichteten „Moin“ lockte das Schleswig-Holstein Musik Festival mehr als 150000 Gäste in die angestammten Spielstätten Schleswig-Holsteins und Hamburgs. Felix Mendelssohns Hauptwerk, das Oratorium Elias, traf gleich zu Beginn den Themenkern. Steht es doch beispielhaft für den interkulturellen Dialog, der sich seit Jahrhunderten an der Themse ereignet. Mit einem erlesenen Solistenquartett Read more about SCHLESWIG-HOLSTEIN: London – Drehkreuz der Musikkulturen[…]

Ute Grundmann

WEIMAR: Lautstarke Thesenmacht

Uraufführung beim Kunstfest Weimar: Stauds „Missing in Cantu“

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 52

Nicht nur seine Liebe hat der Seher verloren, sondern auch den rechten Weg, die Welt, das Vertrauen. Das Echo widerspricht, weist ihn zurecht, spricht in seinen Gesang, singt gegen seine Worte. So eindringlich beginnt im Deutschen Nationaltheater Weimar die Uraufführung von Missing in cantu (Eure Paläste sind leer) von Johannes Maria Staud. Das Auftragswerk von Read more about WEIMAR: Lautstarke Thesenmacht[…]

Uwe Kraus

SONDERSHAUSEN: Verordnetes Schweigen

Musical „Doktor Schiwago“ und Pergolesis Opernintermezzo „Die Magd als Herrin“ bei den Thüringer Schlossfestspielen Sondershausen

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 51

Auf den ersten Blick könnte der Bogen bei den Thüringer Schlossfestspielen Sondershausen zwischen Giovanni Battista Pergolesis barocker Opern-Perle und dem Musical Doktor Schiwago nicht weiter geschlagen sein. Doch schnell zeigt sich, dass die Schlossfestspiele einen großen zeitlichen und geografischen, aber durchaus ambivalenten Schritt ins beginnende 20. Jahrhundert machen, wenn es in Die Magd als Herrin Read more about SONDERSHAUSEN: Verordnetes Schweigen[…]

Peter Buske

ANGERMÜNDE: Aktueller Antikriegs-Appell im klassischen Klanggewand 

Langanhaltender Jubel für die Premiere der „Judith“-Novität von Mozart/Hebbel durch das UckerOper-Ensemble in der St. Marienkirche zu Angermünde 

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 50

Ein Laufsteg führt vom Altar bis zum ersten Quergang  durch den Chorraum der St. Marienkirche im uckermärkischen Angermünde und dient keinesfalls einer Modenschau von liturgischen Gewändern oder Ähnlichem, sondern der neuesten Produktion der UckerOper als ungewöhnliche Spielstätte für deren spannend aufbereitete Aufführung einer ungewöhnlichen halbszenischen Produktion des Oratoriums La Betulia liberata (Das befreite Bethulien) von Read more about ANGERMÜNDE: Aktueller Antikriegs-Appell im klassischen Klanggewand […]

Marco Frei

SALZBURG: Beklemmend aktuell

Im Opernfach glänzten die Salzburger Festspiele diesmal vor allem mit „The Greek Passion“ von Bohuslav Martinů

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 49

Eine Auslastung von 98,5 Prozent mit über 241000 Gästen: Die Salzburger Festspiele erscheinen vergleichsweise sicher im Sattel – wirtschaftlich. Und künstlerisch? Im Opernfach wurden drei von vier szenischen Neuproduktionen kont­ro­vers diskutiert: Mozarts Le Nozze di Figaro sowie Verdis Macbeth und Falstaff. Zum absoluten Höhepunkt avancierte die Neuproduktion der 1961 postum uraufgeführten Oper The Greek Passion Read more about SALZBURG: Beklemmend aktuell[…]

Uwe Kraus

WERNIGERODE: Kein leichtes Erbe

Mit „Gianni Schicchi“ erlebt das Publikum im Konzerthaus Liebfrauen ­einen makabren Einakter

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 48

Einig scheint sich die Musikwelt: Der makabre Zynismus, den Puccini in der 1918 an der Metropolitan Opera New York uraufgeführten Kurzoper Gianni Schicchi entwickelt, sucht in der Opernliteratur seinesgleichen. Puccinis Opern enden, siehe Mimi (La Bohème), Chio-chio-San (Madame Butterfly) und Tosca, für seine tollen weiblichen Hauptfiguren meist tödlich. Bei Gianni Schicchi, mit den Einaktern Suor Read more about WERNIGERODE: Kein leichtes Erbe[…]

Ingo Hoddick

DUISBURG: Abgesang auf die Fossilität

Die Ruhrtriennale brachte das Musiktheater „Die Erdfabrik" von Georges Aperghis zur Uraufführung

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 47

Das Festival der Künste in ehemaligen Indust­rieräumen des Ruhrgebiets brachte Anfang August gleich am zweiten Tag eine Musiktheaterpremiere und Uraufführung. Ort war die Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord. Letzterer ist ein ehemaliges Stahlwerk, und nicht irgendeines: Seine kraftvolle ästhetische Gestaltung beeindruckt bis heute und kein Geringerer als Maurice Ravel war 1905 bei einem Besuch der aktiven Read more about DUISBURG: Abgesang auf die Fossilität[…]

Karsten Blüthgen

PIRNA: Später helfen keine Salben

Mit Brucknerwucht und einer mahnenden Uraufführung startete ­Sachsens Elbland Philharmonie in die neue Konzertsaison

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 46

Schon Ovid mahnte: „Später helfen keine Salben.“ Der römische Dichter wusste um den fatalen menschlichen Fehler, Anfänge von Krisen nicht wahrzunehmen oder zu ignorieren. Ein solcher Anfang: Viele von Ovids Schriften wurden zu Beginn der Neuzeit verbrannt. Und auch Heinrich Heine erinnerte in der Tragödie Almansor 1821 an die Koran-Vernichtung durch missionierende Christen in Granada Read more about PIRNA: Später helfen keine Salben[…]

Frauke Adrians

ZEITLOS JUNG

Mit einem achtstündigen Konzertmarathon ­feierte Berlins Alte-Musik-Szene ihre Vielfalt

Rubrik: Zwischentöne
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 42

Berlin ist um ein Wappentier reicher: Willkommen, TheorBär. Der Langhalslaute spielende Petz prangte über den Bühnen, auf denen an einem Tag im Mai 14 Ensembles der Berliner Alte-Musik-Szene auftraten. Mehr als acht Stunden lang feierten sie – mit und ohne Theorbe – ein Fest ihres Jahrhunderte umfassenden Repertoires und demonstrierten, was Fans dieser Sparte längst Read more about ZEITLOS JUNG[…]

Ute Grundmann

STEIN DES ANSTOSSES

Von der Leipziger Ausstellung „Hakenkreuz und Notenschlüssel“ bleibt ein lesenswertes ­Begleitbuch

Rubrik: Zwischentöne
erschienen in: das Orchester 11/2023 , Seite 40

„Sind Sie arischer Abkunft?“ So wurden schon Studierwillige im Anmeldebogen des Leipziger Konservatoriums gefragt. Der Name von dessen Gründer – Felix Mendelssohn Bartholdy – wurde nach 1933 getilgt, sein Denkmal abgerissen. Wie „geräuschlos“ die Gleichschaltung in der Musikstadt Leipzig vor sich ging, hat auch die Ausstellungsmacher Kerstin Sieblist und Sebastian Krötzsch verwundert. Sie haben im Read more about STEIN DES ANSTOSSES[…]

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