Roland Dippel

EISENHÜTTENSTADT: Entgrenzende Miniaturen

Das Brandenburgische Staatsorchester spielt Sven Helbig

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 62

Feierzeit im Friedrich-Wolf-Theater. Das Kulturhaus an der DDR-Mustersiedlung des Industriestandortes Eisenhüttenstadt ist 70 Jahre alt. Am 26. November gab es im ersten Rang einen Empfang und danach ein Konzert mit dem hier geborenen Komponisten und früheren rbb-Moderator des Modern-Classic-Magazins Schöne Töne Sven Helbig (Jahrgang 1968): Der Rammstein-Arrangeur stand selbst am Synthesizer und Mischpult, es dirigierte Read more about EISENHÜTTENSTADT: Entgrenzende Miniaturen[…]

Elisabeth Schwind

KONSTANZ: Klingt so die Zukunft?

Die Bodensee Philharmonie stellt sich der Künstlichen Intelligenz und lässt sie eine Ouvertüre komponieren

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 61

Es gibt Entwarnung. Zumindest für die Orchestermusik. Was die Künstliche Intelligenz für die Bodensee Philharmonie abgeliefert hat, wird den Klassikbetrieb sicher nicht revolutionieren. Die sogenannte Bodensee-Ouvertüre, mit der das Orchester sein 3. Philharmonisches Konzert der Saison in Konstanz unter der Leitung seines Chefdirigenten Gabriel Venzago eröffnete, war kaum mehr als ein laues Lüftchen über dem Read more about KONSTANZ: Klingt so die Zukunft?[…]

Ingo Hoddick

DETMOLD: Zugabe mit zwei Kontrabässen

Das Landestheater Detmold feierte sein 200-jähriges Bestehen mit ­einem ausverkauften Symphoniekonzert

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 60

Fürst Leopold II. zur Lippe ließ 1825 ein neues Fürstliches Schauspielhaus bauen. Es wurde am 8. November mit der Oper La clemenza di Tito von Wolfgang Amadeus Mozart und einem Prolog von Musikmeister Neumann eröffnet. Die im folgenden Jahr ernannte „Fürstlich-Lippische Hof-Schauspiel-Gesellschaft“ blieb aber weiter eine Reisegesellschaft, die im Sommer in Pyrmont, im Herbst in Read more about DETMOLD: Zugabe mit zwei Kontrabässen[…]

Michaela Schneider

WÜRZBURG: Geburtstagsgruß, Frauenpower und Highlands

Würzburgs neuer Generalmusikdirektor Mark Rohde präsentiert Werke von ­Bertold Hummel, Ethel Smyth und Mendelssohn

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 59

Eine kurze, humorvolle Verneigung vor der lokalen Komponistengröße Bertold Hummel, mit Ethel Smyth die Wiederentdeckung einer großen Komponistin, Dirigentin, Autorin und Frauenrechtlerin, und mit der „Schottischen“ klingende Reiseeindrücke Felix Mendelssohn Bartholdys: Beim 2. Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Würzburg unter dem Dirigat Mark Rohdes erfuhr das Publikum einen so kontrastreichen wie ausdrucksstarken Abend im Konzertsaal der Read more about WÜRZBURG: Geburtstagsgruß, Frauenpower und Highlands[…]

Michael Thumser

HOF: Heldenlieder, klein und groß

Die Hofer Symphoniker feiern ihren 80. Geburtstag – mit dabei Nils Mönkemeyer und Chefdirigent Martijn Dendievel

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 58

Zu klingenden Huldigungen gibt sich Musik gern mal her, und gar nicht selten. So ließ Ludwig van Beethoven 1803 in seiner dritten Symphonie, der Eroica, seinen zeitweiligen Helden Napoleon hochleben. In gleich zwei Symphonien verherrlichte Dmitri Schostakowitsch Russlands „Roten Terroristen“ Lenin. Und Richard Strauss? Der zelebrierte in seinem Heldenleben das eigene Genie. Da können die Read more about HOF: Heldenlieder, klein und groß[…]

Karl Georg Berg

SAARBRÜCKEN: Barock gedacht und gespielt

Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter Josep Pons zwischen Alter Musik und Beethoven

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 57

Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern ist unfreiwillig und aus sehr unerfreulichen Gründen in die Diskussion gekommen. Im Zuge von Sparmaßnahmen erwägt der Südwestrundfunk eine Verkleinerung hin zum Kammerorchester, erneut eine fatale kulturpolitische Vorstellung. Doch noch ist nichts entschieden. Blicken wir an dieser Stelle auf die gegenwärtige künstlerische Leistung des Orchesters unter seinem neuen Chefdirigenten Read more about SAARBRÜCKEN: Barock gedacht und gespielt[…]

Karsten Blüthgen

DRESDEN: Wenn sich Freiheitsträume in Todesangst wandeln

Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus brachten die Dresdner Philharmonie und Schauspieler Ulrich Noethen das Melodram „Der Reisende“ bewegend zur Uraufführung

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 56

„Paris! Paris!!! Nach Paris!!! Freiheit!“ – Der Chor brauste unruhig, doch war das Begeisterung? Das Orchester mit grellen Streichern steigerte die Erregung zu einem Aufschrei, der kaum Gutes verhieß. Einen „dissonanten Urklang, eine Art Rammbock“ nennt der Komponist diesen Einstieg. Hier ging es um Flucht. Freiheitsträume wandelten sich in Todesangst. Eine Angst, die am 9. Read more about DRESDEN: Wenn sich Freiheitsträume in Todesangst wandeln[…]

Marco Frei

SALZBURG: O Mensch! Gib acht!

Beim 10. Taschenopern-Festival gestaltete das SWR Vokalensemble das neue Kollektiv-Musiktheater „Mensch – Masse – Macht“

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 55

Als Thomas Mann 1930 seine Novelle Mario und der Zauberer vorlegte, war die Welt längst in gefährlicher Schieflage. Mit dem italienischen Faschismus hatte sich auch der rechte Totalitarismus durchgesetzt. Die Novelle spielt in diesem Italien – da geht es um das Individuum in Masse und Macht. Am Beispiel des Barista Mario und des Investors Luigi Read more about SALZBURG: O Mensch! Gib acht![…]

Matthias Roth

MANNHEIM: „Verrückt“ ist hier normal

Mit der Familienoper „Alice im Wunderland“ gelingt dem Mannheimer Nationaltheater ein herrliches Musiktheater

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 54

„Und könnt ihr mir den Unterschied jetzt sagen zwischen einem Raben und einem Schreibtisch?“, fragt die müde Schlafmaus zur „verrückten Teestunde“. Diese Frage ist nicht die einzige Absurdität in Alice im Wunderland, dem Märchenstoff, der 1865 zum ersten Mal erschien. Lewis Carrolls Buch wurde schnell zum Klassiker der Kinder-, ja der Weltliteratur und avancierte zum Read more about MANNHEIM: „Verrückt“ ist hier normal[…]

Christina Hein

KASSEL: Oper mit ADHS-Effekt

Kassel neues Opernhaus „Interim“ wurde mit Verdis „Aida“ eingeweiht

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 2/2026 , Seite 53

Ein Meisterstück ist in Kassel gelungen. Von einem „Wunder“ wird gar geraunt. Die Rede ist vom Bau der Ersatzspielstätte für das sanierungsbedürftige Opernhaus, deren Name Interim sich schon bald positiv durchgesetzt hat. In eineinhalb Jahren ist für 19 Millionen Euro ein modulares Theatergebäude für bis zu 850 Gäste errichtet worden: außen eckig schlicht, innen ein Read more about KASSEL: Oper mit ADHS-Effekt[…]

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