Roland Dippel

ERFURT: Innere Bedrängnis

Charles Wuorinens Oper „Brokeback Mountain“ am Theater Erfurt

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 63

Blackout total – in der Psyche und auf der Bühne! So endet Charles Wuorinens Oper nach dem als Erzählung und Kinofilm legendären Sujet Brokeback Mountain. Das Orchester schwillt auf im schmerzhaften Crescendo. Darauf verströmt Ennis del Mar mit einem alle Dämme brechenden Schlusston jene Emotionen, zu denen er sich vor dem Unfalltod seines Geliebten Jack Read more about ERFURT: Innere Bedrängnis[…]

Christoph Schulte im Walde

MÜNSTER: Kunterbuntes Treiben

Benjamin Brittens „A Midsummer Night’s Dream“ am Theater Münster

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 62

Erst den Zettel aus dem Automaten ziehen, anschließend das Warten auf einem der Stühle im Flur des Standesamtes – und dann Däumchendrehen, bis die Nummer auf dem Zettel mit der Zahl auf dem Display über dem Trauzimmer übereinstimmt. So funktioniert Heiraten, so geht Hochzeit in der kommunalen Behörde. Nicht ganz, denn in Benjamin Brittens A Read more about MÜNSTER: Kunterbuntes Treiben[…]

Jürgen Kanold

ULM: Gelungener Grusel

Brittens Kammeroper „The Turn of the Screw“ am Theater Ulm

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 61

Diese Oper könnte ein Psycho-Grusical sein: Eine junge Lehrerin fährt aufs Land, um zwei Waisenkinder zu betreuen, engagiert von deren Vormund, der dort nie auftaucht. Die Haushälterin Mrs. Grose (Alyce Daubenspeck) empfängt die neue Gouvernante, die bald merkt, dass das Mädchen Flora (Sungeun Park) und der Knabe Miles eher schwer erziehbar bis böse gestört sind: Read more about ULM: Gelungener Grusel[…]

Claudia Irle-Utsch

WUPPERTAL: Spagat auf Messers Schneide

An der Oper Wuppertal kommt „The Lodger“ auf die Bühne

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 60

Die Szenerie ist statisch, die Bewegtheit spiegelt sich im Innenleben der Figuren und in der Musik. Ungemütlich ist es. Nasskalt auf den Straßen von London, frostig in der guten Stube. Den Buntings fehlen die Mittel zum Heizen; einzig die Tasse Tee wärmt den Leib, die Seele. Kommod ist auch die Möblierung nicht. Ein paar Stühle, Read more about WUPPERTAL: Spagat auf Messers Schneide[…]

Claudia Behn

WEIMAR: Entzauberung

Neu interpretierte Fassung von Korngolds „Die tote Stadt“ am Deutschen Nationaltheater

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 59

Erich Maria Korngolds emotionale, melodiegetragene und klanggewaltige Oper Die tote Stadt kam in der zweiten Spielzeithälfte, dem vom neuen Intendantentrio am Deutschen Nationaltheater sogenannten zweiten „Äquinoktikum“, am 21. März 2026 musikalisch eindrucksvoll, aber szenisch völlig fehlinterpretiert zur Premiere. Zuletzt wurde dieses derzeit häufig gespielte Werk am Deutschen Nationaltheater Weimar im Jahr 1922/23 gegeben. Lesen Sie Read more about WEIMAR: Entzauberung[…]

Andreas Hauff

DARMSTADT: Wirkungsvolles Psychodrama in ­aussagekräftiger Kombination

Die Wiederentdeckung von Felix Weingartners Oper „Kain und Abel“ am Staatstheater Darmstadt

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 58

Einer der wenigen positiven Aspekte der Corona-Pandemie war wohl, dass sie die übliche Spielroutine unterbrach und zu Neu- und Wiederentdeckungen im Repertoire animierte. In Darmstadt begab sich GMD Daniel Cohen auf der Suche nach vergrabenen und vergessenen musikalischen Schätzen ins Stadtarchiv und stieß dabei auf einen seiner Vorgänger, den Dirigenten Felix Weingartner (1860–1942), dessen kompositorisches Read more about DARMSTADT: Wirkungsvolles Psychodrama in ­aussagekräftiger Kombination[…]

Johannes Killyen

HALLE: Im Rausch des Spielwerks

Schrekers „Das Spielwerk und die Prinzessin“ als Gesamtkunstwerk

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 57

Man beachte die Reihenfolge: Franz Schrekers 1913 uraufgeführte Oper heißt Das Spielwerk und die Prinzessin, nicht umgekehrt. Im Zentrum des tiefenpsychologischen Musikdramas, das Mitte April an der Oper Halle aus der Vergessenheit geholt wurde, steht eine geheimnisvolle Maschine, von menschlicher Künstlerhand geschaffen, die ein Eigenleben entwickelt und Menschen zu verzaubern, zu lenken, zu manipulieren vermag. Read more about HALLE: Im Rausch des Spielwerks[…]

Karl Georg Berg

KAISERSLAUTERN: Theaterzauber im Doppelpack

Ravels Operneinakter „L’heure espagnole“ und „L’enfant et les sortilèges“ am Pfalztheater

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 56

Im vergangenen Jahr feierte die Musikwelt den 150. Geburtstag des französischen Komponisten Maurice Ravel, der mit dem Bolero einen der größten Klassik-Hits geschaffen hat. Aber natürlich viel, viel mehr. Sein Schaffen ist dabei ausgesprochen vielfältig. Auch Tanz- und Musiktheater gehören dazu, wobei neben seinem Ballett Daphnis et Chloé natürlich auch seine Orchesterwerke oft vertanzt wurden Read more about KAISERSLAUTERN: Theaterzauber im Doppelpack[…]

Marco Frei

STRAUBING: Ausklang mit Happy End

Ein „Parsifal“ von Stefan Tilch und Basil H. E. Coleman des Landestheaters Niederbayern

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 55

Was Stadt- und Landestheater leisten, lässt sich nicht genug würdigen. Sie wirken tief in die jeweiligen Regionen und in die Breite der Gesellschaft, leisten flächendeckend kulturelle Bildung, wirken identitätsstiftend, steigern die Attraktivität ganzer Landstriche für Wirtschaft und potenzielle Investoren. Die Bedingungen sind dabei allzu oft wenig rosig. Umso erfreulicher, dass es für das Landestheater Niederbayern Read more about STRAUBING: Ausklang mit Happy End[…]

Sascha Jouini

GIESSEN: Unterschätzte Oper ausgefeilt in Szene gesetzt

Mozarts „Die Gärtnerin aus Liebe“ am Stadttheater

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 6/2026 , Seite 54

251 Jahre nach der Uraufführung gelangt Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Die Gärtnerin aus Liebe erstmals in Gießen auf die Bühne. Die Premiere am Stadttheater unter Leitung des Kapellmeisters Vladimir Yaskorski verdeutlicht, in welchem Maße das Dramma giocoso unterschätzt wird. Zwar zählt Musikforscher Stefan Kunze die Oper nicht zu Mozarts vollgültigen Werken, basiere sie nämlich auf Read more about GIESSEN: Unterschätzte Oper ausgefeilt in Szene gesetzt[…]

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