Alexander Mottok

LÜNEBURG: Bernsteins Rückkehr nach Lüneburg

„Kaddish“ als gemeinsames Kunstwerk zum Holocaust-Gedenktag

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 62

Zumindest einmal, Berichten zufolge auch ein weiteres Mal, hat Leonard Bernstein um 1988 herum selbst in Lüneburg dirigiert. Dennoch hatte das Lüneburger Theater die West Side Story erst 2024 auf dem Spielplan. Dass es in Lüneburg bisher keine Aufführungen von Bernsteins sinfonischen oder chorsinfonischen Werken gab, ist kein Zufall: Die dafür erforderlichen Besetzungen lassen sich Read more about LÜNEBURG: Bernsteins Rückkehr nach Lüneburg[…]

Otto Paul Burkhardt

REUTLINGEN: Funkelnd, brodelnd, urgewaltig

Sayguns Fünfte: Die Württembergische Philharmonie Reutlingen traut sich was

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 62

Alle kennen das – Sandwich-Konzerte, bei denen das einzige zeitgenössische Werk des Programms schamhaft zwischen zwei geläufigen Klassikern versteckt wird. Die Württembergische Philharmonie Reutlingen ging da mutiger vor – und präsentierte als Hauptwerk eines Abo-Abends die selten gespielte 5. Sinfonie (1986) von Ahmet Adnan Saygun, dem wohl bekanntesten, in Paris ausgebildeten und von Bartók inspirierten Read more about REUTLINGEN: Funkelnd, brodelnd, urgewaltig[…]

Andreas Pecht

KOBLENZ: Klares Klangwerk

Die Rheinische Philharmonie überzeugt mit der designierten neuen Chefdirigentin Marzena Diakun

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 61

Koblenz. Es ist an diesem Abend im Februar 2026 nicht das erste Mal, dass Marzena Diakun das Staatsorchester Rheinische Philharmonie vor dessen heimischem Publikum in Koblenz dirigiert. 2019 hatte sie das schon einmal gemacht und einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Damals war die heute 45-Jährige einer der Gäste, mit denen das Orchester die Wartesaison auf Read more about KOBLENZ: Klares Klangwerk[…]

Michael Pitz-Grewenig

OLDENBURG: Ein plakatives Familienlabyrinth

Ein Broadway-Musical über eine psychische Krankheit feiert Premiere

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 60

Im Zentrum der Geschichte steht Diana Goodman, die als Ehefrau und Mutter eine zentrale Rolle im Familiengefüge einnimmt. Sie leidet aber an einer bipolaren Störung, deren Auswirkungen sich als komplexes Familienproblem erweisen. Der Verlust ihres ersten Kindes, eines Sohnes, der als Baby verstorben ist, prägt sie bis heute und wirkt sich nachhaltig auf ihr Leben Read more about OLDENBURG: Ein plakatives Familienlabyrinth[…]

Bernd Aulich

DÜSSELDORF: Magie und Melancholie der Metropole

Astor Piazzollas Tango Operita „María de Buenos Aires“ flutet die Rheinoper mit einer profanen Passion

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 59

Heilige und Hure. Das ist die profane Umkehr einer Passionsgeschichte. María de Buenos Aires heißt Astor Piazzollas Tango Operita, sein 1968 unter extrem bescheidenen Umständen in der argentinischen Metropole uraufgeführtes, einziges Werk für die Opernbühne. Dafür verkaufte der Erfinder des Tango Nuevo seinen alten Fiat. Und er „gab auch noch den letzten Pfennig aus“, um Read more about DÜSSELDORF: Magie und Melancholie der Metropole[…]

Antje Rößler

BERLIN: Der Frauenschwarm als Therapeut

David Hermann psychologisiert an der Deutschen Oper Erich Wolfgang Korngolds Frühwerk „Violanta“

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 58

Wunderkind Erich Wolfgang Korngold katapultierte sich mit Violanta in die Riege der wichtigsten Opernkomponisten seiner Zeit. Gerade mal 18 Jahre zählte der Komponist, als 1916 sein Opus 8 in München uraufgeführt wurde. Diesen Schatz hebt nun die Deutsche Oper Berlin, die vor ein paar Jahren auch schon Korngolds Das Wunder der Heliane auf die Bühne Read more about BERLIN: Der Frauenschwarm als Therapeut[…]

Roland Dippel

DRESDEN: Noblesse aus Klang und Expression

Poulencs „Dialogues des Carmélites“ mit musikalischer Bestleistung an der Semperoper

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 57

Am wohlsten fühlte sich die Regisseurin Jetske Mijnssen am Beginn von Dialogues des Carmélites. Der Tenor Julien Dran versucht als Sohn des Marquis de la Force seine Schwester Blanche mit exquisiter Deklamation und schönen Posen von ihrem Entschluss, den Schleier zu nehmen, abzubringen. Unterdes feiern porzellanartige Paare die nicht minder exquisite Kunst des Menuetts. Das Read more about DRESDEN: Noblesse aus Klang und Expression[…]

Oliver Schwambach

SAARBRÜCKEN: Programmansage

Michael Schulz überzeugt bei seinem Debut mit der Oper „Dialogues des Carmélites“ auf musikalischer und erzählerischer Ebene

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 56

Wenn ein neuer Generalintendant nicht sofort, sondern erst zur Mitte der Spielzeit selbst Regie führt, ist das wohl kein Zufall: Erst den Betrieb lesen, das Ensemble kennenlernen, die Nervenbahnen des Hauses verstehen – und dann mit einer eigenen Arbeit zeigen, wohin die Reise wohl gehen wird. Michael Schulz wählt dafür in Saarbrücken ausgerechnet Francis Poulencs Read more about SAARBRÜCKEN: Programmansage[…]

Jens Daniel Schubert

GÖRLITZ: Vom Eisberg in den Untergang gerammt

Strauss’ „Ariadne“ überzeugt vor allem musikalisch

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 55

Es ist ein musikalisch beeindruckender Abend: große Oper in der „Kleinen Semperoper“, Richard Strauss in Görlitz, Ariadne auf Naxos im Gerhart-Hauptmann-Theater. GMD Roman Brogli-Sacher macht aus dem Manko, im Graben nur ein kleines Orchester platzieren zu können, eine Chance und musiziert mit seiner Neuen Lausitzer Philharmonie einen durchsichtigen Strauss, der Strukturen offenlegt und sehr gut Read more about GÖRLITZ: Vom Eisberg in den Untergang gerammt[…]

Uwe Kraus

NORDHAUSEN: Frauenpower im Bühnennebel

Loh-Orchester: Rossinis „Barbier von Sevilla“ – eine Inszenierung aus ­feministischer Perspektive

Rubrik: Bericht
erschienen in: das Orchester 4/2026 , Seite 54

Die Bühne des Barbier von Sevilla in Nordhausen hat eine große Bücherecke. Deren Bestand wirkt klar strukturiert. Gastregisseurin Mechthild Harnischmacher inszeniert die komische Oper aus ihrer ganz speziellen feministischen Perspektive. Im „Theater im Anbau“ wird doppelt übertitelt: Gleich zu Beginn der Aufführung erscheinen dort, wo der Opern-Besucher die deutsche Übersetzung der italienischen Texte erwartet, die Read more about NORDHAUSEN: Frauenpower im Bühnennebel[…]

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