Bohne, Michael

Viele Orchester bleiben unter ihren Möglichkeiten

Störendes Lampenfieber, Auftrittsstress und ein entwertender Kommunikationsstil sind Zeichen für ein geringes Selbstwertgefühl von einzelnen Musikern und ganzen Orchestern

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 04/2008 , Seite 25

Orchester können emotionale Höchstleistungen und musikalische Bestleistung nur dann bringen, wenn jeder einzelne Musiker die Fähigkeit besitzt, mit emotionalen Belastungsspitzen und Angriffen auf sein Selbstwertgefühl kreativ und selbstwertschätzend umzugehen. So lange Musiker und ganze Orchester sich jedoch selbst entwerten, den Glauben an sich verloren haben und einen entwertenden Kommunikationsstil pflegen, werden sie nicht in der Lage sein, ihre menschlichen und künstlerischen Potenziale voll zu entfalten. Dies kann zu einer künstlerischen und seelischen Verwahrlosung der Orchester und zu inneren Kündigungen der Musiker führen, was wiederum die Attraktivität des Orchesters auch für die Zuhörer und Konzertbesucher schmälert.

Ruhnke, Ulrich

Hilfe zur Selbsthilfe

Mediation als wirkungsvolle Abhilfe bei Orchesterkonflikten

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 04/2008 , Seite 27

“Man könnte doch einfach nur wunderbare Musik zusammen machen… wären da nicht diese ständigen unnötigen Querelen!” – denken sich vielleicht viele Musikerkollegen. Mediation bietet die Chance, störende orchesterinterne Faktoren wirksam zu beseitigen und den Weg frei zu machen für ein von Spielfreude getragenes Musizieren. Ulrich Ruhnke im Gespräch mit der Mediatorin Angelika Kutz.

Vongries, Caroline

Vertrauen ist alles

Außensicht: Orchestermanager als Brückenbauer und Identitätsvermittler

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2008 , Seite 14

Identitätsstiftend ist für die künstlerischen Leiter, Chefdirigenten und
Generalmusikdirektoren vor allem die Kommunikation eines Ideals durch die Musik, der Klang eines Orchesters, die Resonanz bei den Musikern, beim Publikum und den Medien. Intendanten und Manager wiederum müssen ihr Orchester gut kennen, um möglichst reibungslose Abläufe zu garantieren und einen Klangkörper äußerlich identifizierbar zu machen.

Vongries, Caroline

Auf Augenhöhe

Im Gespräch mit Gabriel Feltz

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2008 , Seite 16

Gabriel Feltz, Jahrgang 1971, ist seit 2004 Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker. Vor einem Jahr wurden die Stuttgarter Philharmoniker unter seiner Leitung für den bis heute umfangreichsten Aufführungszyklus eines deutschen Orchesters mit Werken Rachmaninoffs mit dem “Prix Rachmaninoff” ausgezeichnet.

Vongries, Caroline

Vielköpfiges Individuum

Im Gespräch mit Marcus Bosch

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2008 , Seite 18

Marcus Bosch, Jahrgang 1969, hat das Sinfonieorchester Aachen, dem er seit 2002 als Chefdirigent vorsteht, als kulturellen Angelpunkt in der Stadt Aachen etabliert und das Konzertpublikum mehr als verdoppelt. Mit seinen CD-Einspielungen, zum Beispiel den Sinfonien von Bruckner, gewann Bosch internationale Aufmerksamkeit.

Sinsch, Sandra

Maestro grandioso

Wie übersteigerter Dirigentenkult vom Orchester ablenkt

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2008 , Seite 20

Das Ideal des charismatischen Alleinherrschers am Dirigentenpult ist zwar eine typische Erfindung der Spätromantik, doch die Medienkampagnen unserer Zeit richten ihren Fokus immer noch unbeirrt auf den Mann vor dem Orchester. Die Musiker selbst scheinen hingegen mehr und mehr zu einer qualitativ hochwertigen, aber austauschbaren Größe zu werden.

Vongries, Caroline

Ungefragt

Wenn Orchester Chefs wider ihren Willen bekommen

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2008 , Seite 22

Bis in die 1980er Jahre hinein war es nicht selten, dass Orchesterträger oder Intendanten an den Musikern vorbei und manchmal sogar gegen deren erklärten Willen einen künstlerischen Leiter, Chefdirigenten oder GMD ins Amt hoben. Seit dem 1. Januar 1987 müssen die Musiker immerhin über personelle Fragen informiert und gehört werden. Doch ein Recht auf Mitbestimmung bei der Wahl des GMDs ist auch heutzutage nur selten verbrieft. Tarifrechtlich ist in der Regel nicht einmal ein Vetorecht verankert. Was geschieht mit dem Selbstverständnis von Musikern und der Identität eines Orchesters, wenn es einfach übergangen wird? Caroline Vongries horchte sich ein wenig um.

Sinsch, Sandra

Tummelplatz für Idealisten und Individualisten

Wie demokratisch organisierte Orchester arbeiten

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2008 , Seite 24

Selbst bestimmen, was gespielt wird, und auch noch in der Organisation Mitspracherecht besitzen – für viele Orchestermusiker klingt das wie ein Traum. Die totale Freiheit gibt es zwar auch im basisdemokratisch geführten Orchester nicht, doch Umfragen zeigen, dass dort tätige Instrumentalisten ungleich motivierter sind.

Vongries, Caroline

Identität

Wer eigentlich ist das Orchester?

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2008 , Seite 08

Wer eigentlich ist das Orchester? Die Musiker? Die exponierte Figur des Chefdirigenten? Oder sind es in Zeiten von Markenbildung, Marktpositionierung und Audience Development gar die Manager, die für das Profil zuständig sind und die Identität eines Orchesters prägen?

Vongries, Caroline

Wir – das Orchester

Innensicht: Wie Musiker Identität erleben und generieren

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2008 , Seite 11

Das Orchester sind wir selbst, sagen die Musiker. Doch auch das “Wir” muss erarbeitet werden. Und wie man es anstellt, dass es eine Gemeinschaft wird, die nicht nur gut miteinander auskommt, sondern auch noch gut klingt, das bleibt ein Geheimnis.

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