Gentz, Ulrike

Zwei Seelen in einer Brust

Im Gespräch mit dem Architekten Stephan Braunfels

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 10/2010 , Seite 26

Stephan Braun­fels wurde 1950 in Über­lin­gen am Bodensee geboren. Der Enkel des Kom­pon­is­ten Wal­ter Braun­fels gilt als ein­er der bedeu­tend­sten Architek­ten Deutsch­lands. Er studierte an der Tech­nis­chen Uni­ver­sität München Architek­tur und grün­dete 1978 in München und 1996 in Berlin ein Architek­tur­büro. 2004 wurde er Pro­fes­sor für Städte­bau an der Tech­nis­chen Fach­hochschule Berlin. Zu Braun­fels’ wichtig­sten Baut­en zählen die Pinakothek der Mod­erne in München, das Bun­de­sarchiv in Berlin, die Par­la­ments­bib­lio­thek des Deutschen Bun­destages (Marie Elis­a­beth Lüders Haus) und das Abge­ord­neten­haus des Bun­destages (Paul Löbe Haus). Braun­fels ent­warf Büh­nen­bilder u. a. für die Deutsche Oper Berlin und das Fest­spiel­haus Baden-Baden. Für München machte er einen Entwurf, den Marstall zum Konz­erthaus zu erweit­ern, und in Saar­brück­en sollte das Konz­erthaus in ein entk­erntes E-Werk inte­gri­ert wer­den.

Binal, Irene

Musik verändert die Welt nicht, aber sie wirkt”

Im Gespräch mit Daniel Hope

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 01/2010 , Seite 32

Seit Jahren ver­sucht der südafrikanisch-britis­che Geiger Daniel Hope, seine Liebe zur klas­sis­chen Musik zu ver­mit­teln und den Men­schen die Schwellenangst vor einem Konz­ertbe­such zu nehmen – zulet­zt mit seinem Buch “Wann darf ich klatschen?” Im Inter­view spricht er über sein Ver­ständ­nis von Musik und die deutsche Orch­ester­land­schaft.

Allwardt, Ingrid

Perspektivwechsel

Aufbruch in der Musikvermittlung

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 11/2008 , Seite 10

Wie weit das Feld der Musikver­mit­tlung ist, zeigt sich allerorts. Die Diskus­sio­nen über Begrif­flichkeit, Qual­ität­skri­te­rien, Aus­rich­tungs- und Aus­bil­dungsmöglichkeit­en sind so het­ero­gen wie Konzepte von Prak­tik­ern und Visio­nen von Poli­tik­ern. Musikver­mit­tlung als Kom­mu­nika­tion­sraum inner­halb urbaner Struk­turen und als Markt, der beispiel­haft pro­duk­tiv von Dis­so­nanzen lebt!?!

Forsthoff, Christoph / Corina Kolbe

Positionen

Stadt und Kultur – Musikvermittlung prägt Strukturen

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 11/2008 , Seite 14

Der sich beschle­u­ni­gende Struk­tur­wan­del in Wirtschaft und Gesellschaft wirkt sich zweifel­sohne auch auf den Zusam­men­hang von Musik und kul­tureller Iden­tität in Hin­blick auf den städtis­chen Raum, seine Lebens­for­men, Insti­tu­tio­nen, Tra­di­tio­nen und Zukun­ftsper­spek­tiv­en aus. Kul­tur entste­ht dort, wo sich aus kün­st­lerischen Werten gesellschaftliche bilden. Urbane Struk­turen sind ein bemerkenswertes Barom­e­ter. Musikver­mit­tlung als städtis­chen Iden­titäts­baustein zu denken, kön­nte für bei­de Seit­en – die Musik auf der einen, die Stadt auf der anderen – inter­es­sante Per­spek­tiv­en eröff­nen. Ein Autor und eine Autorin kom­men­tieren ihre Beobach­tun­gen auf dem Streifzug durch Ham­burg, Basel, Berlin, das Ruhrge­bi­et und Hei­del­berg.

Allwardt, Ingrid / Ernst Klaus Schneider / Janina Schäfer / Elmar Lampson / Barbara Stiller

Reaktionen

Musikvermittlung an drei Hochschulen

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 11/2008 , Seite 18

Musikver­mit­tlung erfährt seit Ende der 1990er Jahre sowohl in kün­st­lerischen als auch in musikpäd­a­gogis­chen Kon­tex­ten eine inter­es­sante Entwick­lung. Die Frage, wie man ler­nen kann, Musik zu ver­mit­teln, beschäftigt nicht nur die bere­its umtriebi­gen Ver­mit­tler, son­dern auch die Stät­ten der Aus­bil­dung. Die Hochschule für Musik in Det­mold reagierte als erste bere­its vor gut zehn Jahren auf den Impuls der Szene. Heute hat sich die Sit­u­a­tion ver­schärft: Kaum ein Orch­ester kommt ohne päd­a­gogis­ches Pro­gramm aus. Orch­ester, Konz­erthäuser, Städte schaf­fen Stellen für Musikver­mit­tler und für die Musikhochschulen wird es “höch­ste Zeit, ihren Studieren­den das für dieses Feld nötige Handw­erk­szeug in vielfälti­gen Zusam­men­hän­gen und Kon­tex­ten zu ver­mit­teln” (Ernst Klaus Schnei­der).

Noltze, Holger

Ausblick

Vermittlung vermittelt Vermittlung

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 11/2008 , Seite 24

Alles nur ein Ver­mit­tlung­sprob­lem? Wenn in Sorge um aus­bleiben­des Pub­likum und leere Konz­erthallen Musikver­mit­tler zu Notarzt-Dien­sten gerufen wer­den, geht es dann noch um die Musik oder um etwas ganz anderes?

Oehmichen, Ekkehardt / Sylvia Feuerstein

Radio, iPod oder Konzert?

Zur künftigen Rolle des Radios in der Musikkultur

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 12/2006 , Seite 15

Die pri­vate Plat­ten- bzw. CD-Samm­lung und der eigene Konz­ert- bzw. Opernbe­such sind die klas­sis­chen Mit­be­wer­ber des Radios, wenn es um die Gun­st des Klas­sik-Rezip­i­en­ten geht. Die jün­gere Gen­er­a­tion ist durch MP3-Play­er und iPods zudem daran gewöh­nt, ihre Musik selb­st­bes­timmt, zeit­sou­verän und ortssou­verän zu rezip­ieren. Welche Rolle kann das Radio kün­ftig noch bei der Ver­mit­tlung von Klas­sik spie­len?

Eckhardt, Josef / Erik Pawlitza / Thomas Windgasse

Potenziale besser nutzen

ARD-Studie zum Besucherpotenzial von Opernaufführungen und Konzerten der klassischen Musik

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 12/2006 , Seite 21

Kaum ein Wirtschaft­sun­ternehmen würde es wagen, seine Aktiv­itäten auf der Grund­lage solch man­gel­hafter empirisch­er Ken­nt­nisse über den eige­nen Hand­lungs- und Wirkungs­bere­ich durchzuführen, wie es die aller­meis­ten deutschen Kul­tur­an­bi­eter tun. Die Kul­tursta­tis­tik des Deutschen Büh­nen­vere­ins ist die promi­nen­teste der weni­gen Quellen, in denen empirische Befunde nachzuse­hen sind, wenn auch die hier ver­wen­de­ten Erhe­bungsver­fahren teil­weise als umstrit­ten gel­ten. Das 2005 veröf­fentlichte 8. Kul­tur­Barom­e­ter lieferte neue empirische Forschungsergeb­nisse, die bis dahin offene Wis­senslück­en füll­ten. Nun veröf­fentlichte die ARD eine Unter­suchung zur Größe des Besucher­poten­zials der Büh­nen- und Konz­ertver­anstal­tun­gen mit klas­sis­ch­er Musik in Deutsch­land.

Brinker, Henry C.

Klassik zwischen Kunst und Kommerz

Orchester und Marketing

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 03/2006 , Seite 08

Feu­dale Herrschaftsver­hält­nisse mit ihrer höfis­chen Pflege der Kün­ste liegen weit zurück und auch die Bürg­erge­sellschaft tra­di­tioneller Prä­gung ord­net sich völ­lig neu. Die Kirchen als religiöse Stifter und Auf­tragge­ber spie­len nur noch eine unter­ge­ord­nete Rolle. Geblieben sind kul­turelle Güter wie die tradierten Struk­turen unser­er Orch­ester­land­schaft. Manch großer Klangkör­p­er, so will es scheinen, trauert als taumel­nder Dinosauri­er in ein­er ihm fremd gewor­de­nen Welt der ver­lore­nen Zeit hin­ter­her. Aus Musik­ern, die als gesuchte Kün­stler früher unter ver­schiede­nen Ange­boten auf Anstel­lung auswählen kon­nten, sind Vertreter ein­er Zun­ft gewor­den, die nun einen his­torisch ein­ma­li­gen Per­spek­tiv­en- und Rol­len­wech­sel vol­lziehen müssen. Denn aus den Umwor­be­nen sind selb­st Wer­ber gewor­den, die sich auf die Suche machen müssen: nach Pub­likum, nach Aufträ­gen, ja sog­ar nach ein­er neuen, grundle­gen­den Legit­i­ma­tion ihrer öffentlich finanzierten Exis­tenz. Welche Rolle spielt hier­bei das Mar­ket­ing?

Hamann, Thomas K.

Die Zukunft der Klassik

Ohne proaktive Maßnahmen im Verbund von Bildungspolitik, Kulturpolitik und Kulturträgern, wird die Nachfrage nach Live-Aufführungen klassischer Musik in den nächsten dreißig Jahren um circa 36 Prozent zurückgehen

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 09/2005 , Seite 10

Klas­sik in der Krise: Wer hört heute noch klas­sis­che Musik?” So und ähn­lich laut­en gegen­wär­tig apoka­lyp­tis­che Schlagzeilen in Bezug auf die klas­sis­che Musik und das Orch­ester­we­sen. Sollte die Anzahl an Besuch­ern von klas­sis­chen Konz­erten tat­säch­lich stark schrumpfen, wäre die vielfältige Orch­ester­land­schaft exis­ten­ziell bedro­ht. Im Ver­gle­ich zur Gesamt­bevölkerung ist das Klas­sikpub­likum drama­tisch über­al­tert. Steigt das Inter­esse an klas­sis­ch­er Musik mit zunehmen­dem Leben­salter grund­sät­zlich an, sodass aus den heute vor­wiegend Pop-/ Rock­musik hören­den Jugendlichen zukün­ftig aus­re­ichend viele Klas­sikhör­er her­vorge­hen wer­den? Oder wer­den sie keinen Zugang mehr zur klas­sis­chen Musik find­en, während die heuti­gen Klas­sikhör­er in den näch­sten Jahrzehn­ten sukzes­sive ster­ben?