Scherz-Schade, Sven

Zwischen Casino und Orchestergraben

Neuorientierung statt Fusion beim Berner Symphonieorchester

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2010 , Seite 34

Bern ist die Bundesstadt der Schweiz. Seit 1877 musiziert hier das Berner Symphonieorchester (BSO). Es hat eine große Vergangenheit. Was die Zukunft bringen kann, wird momentan ausgehandelt. Seine Konzerte gibt das BSO im Konzertsaal Kultur-Casino; im Stadttheater Bern tritt es als Opernklangkörper auf. Und genau dort würde es gerne mehr Verantwortung übernehmen.

Scherz-Schade, Sven

Standort für zwei Spitzenorchester

Zürich hat die Tonhalle und die Oper

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2010 , Seite 36

Die Kernstadt zählt 380.000 Einwohner und knapp eine weitere Million lebt in der umliegenden Metropolregion. Damit ist Zürich die größte Stadt der Schweiz und wichtigstes Wirtschaftszentrum. Auch was die Orchesterkultur betrifft, setzt Zürich Maßstäbe. 1985 trennte sich vom traditionsreichen Tonhalle-Orchester ein reines Ensemble für Musiktheater ab. Das Orchester der Oper Zürich mit seinen 118 Mitgliedern zählt heute zu den weltbesten Opern-Klangkörpern. Urs Dengler, seit 1992 Solo-Fagottist des Zürcher Opernorchesters, berichtet über aktuelle und althergebrachte hohe Anforderungen an die Musiker. Urs Dengler ist Präsident des Orchestervorstands der Oper Zürich.

Scherz-Schade, Sven

Vermittlung und Ausbildung

Schweizer Musikerziehung für Kinder und Studium für angehende Profis

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2010 , Seite 38

Auch in der Schweiz haben Musikvermittlung und Konzertpädagogik Konjunktur. Konzerthäuser und Festivals bemühen sich, das junge Publikum für die Klassik zu gewinnen. Doch das Knowhow dazu konnten Schweizer Musikpädagogen bislang nur auswärts – in England oder Deutschland – bekommen. Erstmals bietet in der Schweiz die Zürcher Hochschule der Künste seit 2009 den Master of Advanced Studies in Musikvermittlung und Konzertpädagogik an. Generell ist die Musikausbildung in der Schweiz, speziell für angehende Orchestermusiker, in den vergangenen Jahren äußerst attraktiv geworden. Das hat mehrere Ursachen.

Scherz-Schade, Sven

Die Schweiz

Klassik im Alpenstaat

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2010 , Seite 10

Die Schweiz ist weltweit bekannt als Reise- und Urlaubsland. Die Berge laden zu Wanderungen oder zum Skiurlaub ein. Auch die Kultur lockt Besucher in die Schweiz. Zahlreiche Klassik-Festivals ziehen internationales Konzertpublikum an. Die Alpenrepublik zählt insgesamt zwölf Berufssinfonieorchester. So viele haben jedenfalls unter dem Dach des Schweizerischen Musikerverbands (SMV) Gesamtarbeitsverträge abgeschlossen. Darüber hinaus gibt es vor allem in der Kammermusik auch freie Ensembles. Der Großteil der professionellen Orchesterlandschaft der Schweiz ist öffentlich finanziert. Allerdings stehen auch in der Schweiz Orchester zunehmend unter Legitimationsdruck. Sie müssen der Öffentlichkeit darlegen, dass sich ihre Finanzierung durch die öffentliche Hand lohnt. Probleme werden derzeit beim Orchestra della Svizzera italiana und in der Bundesstadt beim Berner Sinfonieorchester diskutiert. Doch es gibt auch sehr positive Entwicklungen: Mit dem Gstaad Festival Orchestra gab es 2009 eine Orchester-Neugründung.

Scherz-Schade, Sven

Lern von Luzern

Das LSO vom Vierwaldstättersee

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2010 , Seite 14

Sie sind die Aufsteiger aus der Zentralschweiz. Das Luzerner Sinfonieorchester (LSO) hat in der ersten Dekade dieses Jahrhunderts einen enormen Aufschwung erlebt. Das bestätigen alle: Das Publikum ist fasziniert vom exzellenten Klang. Die Musiker freuen sich über ihre verbesserte Orchesterqualität. Private Finanziers und die Politik stärken dem erfolgreichen, engagierten Management den Rücken. Luzern zeigt, wie stark ein Orchester von der kulturellen Infrastruktur der Stadt und Region geprägt wird. Seit Eröffnung des Kultur- und Kongresszentrums Luzern (KKL) 1998 wurde das LSO immer besser.

Scherz-Schade, Sven

Die Besten hinter dem Röstigraben

Klassik in der französischsprachigen Schweiz

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 02/2010 , Seite 17

Fährt man mit der Bahn von Bern kommend nach Lausanne, muss man nach dem großen Tunnel den Blick in Fahrtrichtung links halten: Die Weinberg-Terrassen von Lavaux geben ein malerisches Panorama! Weinreben, der Genfer See (der bitteschön Lac Léman heißt!) und dahinter schneebedeckte Alpen. So überwältigend wie liebreizend die Landschaft hier ist, so beeindruckend sind die beiden wichtigsten Orchester der Region. Das Orchestre de la Suisse Romande (OSR) spielt auf höchstem Niveau – ein Hörgenuss. Und das Orchestre de Chambre de Lausanne (OCL) liefert Kammermusik vom Feinsten.

Richter, Andreas

Sommerfrische?

Festspielzeit für Musiker und Publikum

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 07-08/2009 , Seite 10

Für die einen Urlaub, für die anderen Dienst, nicht selten Dienst im Urlaub: Was macht Festspiele so attraktiv, beim Publikum nicht weniger als bei den Musikern, die oftmals bereit sind, für eine Mitwirkung ihre freie Zeit zu opfern? Und was suchen die Zuhörer bei diesen besonderen Veranstaltungen, was sie im normalen Abokonzert zu Hause vielleicht nicht geboten bekommen? Ein Streifzug durch das Phänomen Festival, von seiner besonderen Atmosphäre bis hin zu nüchternen Bilanzen.

Schoos, Thomas / Aleksandar Zivanovic

Der Wille zu musikalischer Exzellenz

Im Gespräch mit Andreas Mölich-Zebhauser

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 07-08/2009 , Seite 14

Es gibt Menschen, die auf ganz natürliche Weise in das Operngeschäft hineinwachsen. So ein Mensch ist Andreas Mölich-Zebhauser. Seit seiner frühesten Kindheit saß der Sohn des Operndirigenten und Pianisten Theo Mölich regelmäßig in den Konzertsälen des Ruhrgebiets, studierte das Repertoire und entwickelte eine Passion, die ihn seither nie wieder losließ. Nach Stationen beim Mailänder Musikverlag Ricordi und dem Frankfurter Ensemble Modern wurde Mölich-Zebhauser 1997 Intendant und Geschäftsführer des Festspielhauses Baden-Baden. In nur zehn Jahren führte er das erste privat finanzierte Konzerthaus Deutschlands aus den roten Zahlen und etablierte es in der ersten Reihe der internationalen Festspieladressen. Die Grundkoordinaten seines Erfolgs erläutert er in einem Gespräch.

Zivanovic, Aleksandar

Schon toll, was da so herumsitzt

Die Festspielorchester in Bayreuth und Luzern

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 07-08/2009 , Seite 18

Selten sind sich Musiker, Kritiker und Publikum über Qualität von Orchestern einig. Geht es um das Lucerne Festival Orchestra oder das Bayreuther Festspielorchester, erklingt jedoch unisono Lob von allen Seiten: Die New York Times feiert das Lucerne Festival Orchestra als eines der feinsten Orchester, die es momentan gibt, und das Bayreuther Festspielorchester wurde nicht nur von Hans Knappertsbusch als “Achtes Weltwunder” bezeichnet. Selbst wenn es für Inszenierungen auf dem grünen Hügel massive Buh-Rufe zu ernten gab, wurde das Festspielorchester vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert.

Schoos, Thomas

Klingende Kassen

Das Musikfestival als Unternehmen

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 07-08/2009 , Seite 21

Von Schleswig-Holstein bis nach Luzern, von der Mosel bis nach München: Der Sommer ist mit seinen zahllosen Festivals nicht nur für viele Musiker und Musikliebhaber eine ganz besondere Zeit. Auch für die mittel- und unmittelbar am Festival beteiligten Unternehmen wie Hotels und Restaurants, Industrie und Einzelhandel sind die Festspielwochen ganz besondere Wochen, in denen nicht selten Umsatzrekorde verzeichnet werden. Auch die öffentliche Hand freut sich, nämlich über höhere Steuereinnahmen.

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