Rose, Anselm

Im Westen nichts Neues?

Aktuelle Entwicklungen in der amerikanischen Orchesterlandschaft

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: das Orchester 09/2004 , Seite 10

Eine Nation von der Größe der USA ver­fügt über rel­a­tiv wenig pro­fes­sionelle Orch­ester ver­glichen mit Deutsch­land. Und es ist schw­er vorstell­bar, dass ein Staat wie Kali­fornien, dessen Brut­tosozial­pro­dukt dem Frankre­ichs entspricht, lediglich zwei nen­nenswerte Orch­ester behei­matet, in San Fran­cis­co und Los Ange­les. Orch­ester­musik ist in den USA keine öffentliche oder gar staatliche Angele­gen­heit, die aus Steuergeldern finanziert wird. Vielmehr bestre­it­en amerikanis­che Orch­ester den über­wiegen­den Teil ihres Bud­gets aus pri­vat­en Finanzierungsquellen und haben in Sachen Mar­ket­ing den deutschen einiges voraus. Tat­sache ist aber auch, dass in Flori­da in den let­zten Jahren allein fünf Orch­ester geschlossen wur­den (darunter das von Mia­mi) und dass selb­st die großen in Chica­go und Philadel­phia mas­sive Finanzprob­leme haben. Das wirft die Frage auf, ob denn die Sin­fonieorch­ester in den USA lediglich eine dif­fer­ent sto­ry oder sog­ar eine bet­ter sto­ry sind.