Koeppen, Gabriel

Celloschule

Cello spielen mit Spaß und Fantasie, mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2012
erschienen in: das Orchester 09/2012 , Seite 74

Der erste Band von Gabriel Koep­pens Cel­loschule ist für den Anfang­sun­ter­richt konzip­iert, richtet sich aber eher an ältere Kinder, Jugendliche und Erwach­sene. Grund­po­si­tion ist zum einen das Ver­ständ­nis des Vio­lon­cel­los als Instru­ment aller musikalis­chen Stile. Dementsprechend find­en sich neben barock­en und klas­sis­chen auch pop­uläre und jazz­ige Kom­po­si­tio­nen sowie instru­menten­spez­i­fis­che Fas­sun­gen von Tra­di­tion­als. Sie stam­men über­wiegend von Koep­pen selb­st. Dabei ste­ht das gemein­same Musizieren von Anfang an im Vorder­grund. Nahezu für alle Stücke gibt es eine zweite Cel­lostimme. Zu Hause kann mit Hil­fe der Mit­spiel-CD geübt und musiziert wer­den. Erweit­ert wird das musikalis­che Ensem­bleange­bot zudem durch Klavier­parts, eine ergänzende dritte Cel­lostimme und einige Quar­tettsätze. Sie ste­hen im Inter­net als kosten­lose Down­loads bere­it.
Zum anderen liegt die Auf­fas­sung zu Grunde, dass Kreativ­ität und selb­st­ständi­ge Mitar­beit der Schüler von Beginn an zum Erfolg instru­men­tal­en Ler­nens beitra­gen. Ein­fache Impro­vi­sa­tio­nen, Noten­schreibauf­gaben, Hörübun­gen, Trans­po­si­tio­nen und Vari­a­tio­nen bieten Gele­gen­heit zu fan­tasievollem, selb­st­bes­timmtem Umgang mit dem Instru­ment. Dazu liefert das Lehrw­erk anschauliche, gut struk­turi­erte und ver­ständliche Hil­festel­lun­gen.
Pos­i­tiv her­vorzuheben ist das Lay­out. Durch die Ver­wen­dung von Sym­bol­en, far­blich­er Hin­ter­legung und Bildern ergibt sich eine gute Infor­ma­tion­sstruk­tur. Neue Lern­in­halte kön­nen schnell erfasst und ein­ge­ord­net wer­den.
Im päd­a­gogis­chen Auf­bau sein­er Schule legt Gabriel Koep­pen beson­deren Wert auf die Entwick­lung der Bogen­hand. Die Abfolge der Übun­gen und Stücke mit ein­fachen Rhyth­men und wenig Sait­en­wech­seln ermöglicht das Erler­nen ein­er ruhi­gen und konzen­tri­erten Bogen­führung. Im Ver­lauf des Ban­des wird die erste Lage im engen Griff erar­beit­et. Abwe­ichend von den meis­ten Lehrw­erken für Cel­lo ist hier­bei der Beginn mit dem zweit­en Fin­ger. Durch den gegenüber­liegen­den Gabel­griff zwis­chen Dau­men und zweit­em Fin­ger wird eine sta­bile, nicht ver­drehte Hand­stel­lung erre­icht.
Neue Tech­niken und dynamis­che Gestal­tung wer­den rückschauend an bere­its bekan­nten Stück­en gefes­tigt. Mit zunehmender musikalis­ch­er Kom­pe­tenz bieten län­gere Vor­tragsstücke die Möglichkeit, das erwor­bene Kön­nen zu ver­fein­ern.
Die durch­dachte Dis­po­si­tion spiegelt Gabriel Koep­pens langjährige Unter­richt­ser­fahrung wider. Sym­pa­thisch ist, dass die Schule vom Autor nicht als ein geschlossen­er Lehrgang ver­standen wird. Vielmehr ermutigt er im Vor­wort seine Kol­le­gen, die Vorschläge kreativ einzuset­zen und die Inhalte vari­abel zu gestal­ten. Der Unter­ti­tel „Cel­lo spie­len mit Spaß und Fan­tasie“ wird so zu einem überzeu­gen­den Pro­gramm für Schüler und Lehrer.
Anna Catha­ri­na Nimczik